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Zukunft der Lufthansa : Bittere Corona-Logik

Notgedrungen stillgestanden: Lufthansa-Maschinen parken am Münchener Flughafen. Bild: Reuters

Die Lufthansa steckt noch immer mitten im Überlebenskampf. Die Milliarden-Finanzspritze des Bundes bedeutet lediglich einen zeitlichen Aufschub.

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          Die Lufthansa-Führung hat erneut das Messer angelegt. Die Einschnitte für Europas größte Fluggesellschaft sind noch tiefer ausgefallen, als zu befürchten war.

          150 ausgemusterte Flugzeuge lassen die Zahl der gefährdeten Arbeitsplätze rechnerisch weit über die bekannte Zahl von 22.000 steigen. Die Gewerkschaft Verdi beklagt den aus ihrer Sicht immensen Druck des Managements auf die Belegschaft und den vermeintlichen Aufbau einer tariffreien Billigkonkurrenz im eigenen Konzern. Dabei hatte sie die Sparverhandlungen nicht abgeschlossen – womöglich in der Hoffnung, so ein besseres Ergebnis zu bekommen.

          Doch die Corona-Krise folgt einer eigenen Logik. Hier geht es nicht um die üblichen Versuche von Finanzern und Controllern, ein paar Auswüchse aus dem Aufschwung zurückzudrehen.

          Die Lufthansa steckt noch immer mitten im Überlebenskampf, und kein Unternehmen kann sich auf Dauer strukturelle Unterbeschäftigung leisten. Die 9-Milliarden-Finanzspritze des Bundes bedeutet lediglich einen zeitlichen Aufschub, um die Strukturen den Erwartungen an das künftige Geschäft anzupassen und für die Zeit nach der Krise gut aufgestellt zu sein. Aber diese Erwartungen, das ist die bittere Wahrheit für viele Mitarbeiter, verschlechtern sich gerade mit jedem Tag der Pandemie.

          Sven Astheimer
          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

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