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Unternehmensbilanzen : Warum die fallenden Kurse irreführend sind

Blick auf das Frankfurter Börsenparkett – abwärts gerichtet. Bild: dpa

Zurückgenommene Gewinnprognosen lassen Aktienkurse teils gewaltig einbrechen. Dabei gibt es auch viele gute Nachrichten: Die Unternehmensbilanzen sind besser als ihr Ruf.

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          Die Daten scheinen widersprüchlich. Die Ankündigungen großer Unternehmen, ihre Gewinnprognosen nicht einhalten zu können, häufen sich, der Wert der im Deutschen Aktienindex (Dax) vertretenen wertvollsten 30 deutschen Unternehmen ist binnen Jahresverlaufs um mehr als 150 Milliarden Euro gesunken, und das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal geht leicht zurück. Ein Blick in die ersten Quartalsberichte der Dax-Unternehmen zeigt aber andererseits, dass deren Umsatz noch immer steigt und der kumulierter Gewinn mit einem Zuwachs von 6 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Wert für das dritte Quartal 2017 sogar ordentlich zulegt.

          Georg Giersberg

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Der Betriebswirt“.

          Die in diesen Tagen vorgelegten Zahlen zeigen ein Bild von Unternehmen, denen auf hohem Umsatzniveau der Wind ins Gesicht bläst. Mit großem Gegenwind kämpft vor allem die Automobilindustrie. Sie hat nicht nur Schwierigkeiten mit der Einhaltung der Abgaswerte beim Diesel, sie hatte im September vor allem große Probleme bei der Umstellung auf den Abgasprüfstandard WLTP. Hinzu kamen Meldungen, dass der bedeutende Absatzmarkt China eine Wachstumsdelle hat. Daher mussten mit Daimler und BMW zwei der drei großen nationalen Hersteller einräumen, ihre Ziele in diesem Jahr nicht mehr zu erreichen. Wenn der Autoabsatz stockt, dann geht es den Zulieferern schlecht. Wenig überraschend nahmen dann auch die Zulieferer Continental und Schaeffler ihre Prognosen zurück.

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