https://www.faz.net/-gqe-a78bi

Wagniskapital in Deutschland : Wachrüttler aus der Provinz

Paul-Josef Patt Bild: Roman Mensing

Paul-Josef Patt unterstützt mit seinen Wagniskapitalfonds junge Unternehmen. Seine Geldgeber konnten sich über einige ertragreiche Verkäufe freuen. Der Forschungsstandort Deutschland macht zu wenig aus seinem Potential – davon ist der Investor überzeugt.

          3 Min.

          Risikofreude wird in München oder Berlin erwartet, aber nicht in Münster. Doch genau dort sitzt Paul-Josef Patt, einer der erfolgreichsten Wagniskapitalgeber in Deutschland. Der Geschäftsführer von Ecapital hat als einer der frühen Investoren vor gut zwei Jahren den deutschen Mittelständler Sonnen an den britisch-niederländischen Shell-Konzern verkauft. In den Hersteller von Speichersystemen für erneuerbare Energien investierte Patt zu einem Zeitpunkt, als das Unternehmen aus 20 Mitarbeitern bestand. Heute macht Sonnen gut 100 Millionen Euro Umsatz mit 700 Beschäftigten, das Unternehmen wechselte für einen dreistelligen Millionenbetrag den Besitzer. Schon 2013 konnte Patt die Geldgeber seiner Fonds mit dem Verkauf des Dresdener Unternehmens Novaled an Samsung erfreuen. Auch der Hersteller für Oled-Leuchttechnologien war ein dreistelliger Millionen-Exit.

          Jonas Jansen

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Als Geschäftsführer von Ecapital verwaltet Patt Technologie-Fonds mit einem Volumen von etwa 280 Millionen Euro. Der Manager hat sich schon immer auf Unternehmen fokussiert, deren Konzepte weniger schnell erklärt sind als so manches E-Commerce-Start-up, die dafür aber ihre Branchen richtig umkrempeln können. Eher Disruptions-Technologie als Elektrotretroller. Ein eigener Fonds für Cybersecurity ist das etwa gerade oder ein besonderes Augenmerk auf erneuerbare Energien und alles, was heute unter dem Oberbegriff „Clean Tech“ auch immer mehr Geldgeber anlockt.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Der Afroamerikaner Jaques DeGraff lässt sich im Februar in New York gegen das Corona-Virus impfen.

          Impfung gegen Corona : Die alte Angst der Afroamerikaner

          In den Vereinigten Staaten lassen sich deutlich weniger Afroamerikaner impfen als Weiße. Das liegt auch an Erfahrungen, die Schwarze mit Gesundheitsbehörden gemacht haben. Viele kennen noch das Verbrechen von „Tuskegee“.