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Trump und der Flugzeugbauer : „Gott segne Boeing“

Die Boeing 737 MAX sorgt für Probleme. Bild: Boeing

Die 737 Max ist vorerst aus dem Verkehr gezogen. Das ist nicht unumstritten. Aber der Flugzeugbauer ist nicht nur wegen Technik in der Kritik – sondern auch wegen seiner Nähe zum Weißen Haus.

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          Leben und Tod können nahe beieinander liegen. Das hat Emerson Gordon in seinen mehr als 30 Jahren als Flugbegleiter gelernt. Er war am 12. September 2001 für die Strecke von Boston nach Los Angeles eingeteilt, den gleichen Flug, der am Tag zuvor entführt und in das World Trade Center in New York gesteuert wurde. Am 17. Juli 1996 flog er von Boston nach Paris, am Tag, an dem ein Flugzeug der Gesellschaft TWA auf dem Weg von New York nach Paris explodierte und abstürzte. Bis heute erinnert er sich, wie entgeistert ihn Menschen bei seiner Ankunft angestarrt haben. Offenbar weil sie es bemerkenswert fanden, dass es ein Flugzeug aus Amerika nach Frankreich geschafft hatte und ein anderes nicht.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Timo Kotowski

          Redakteur in der Wirtschaft.

          In seinem Beruf hat sich Gordon daran gewöhnt, dass Freunde ihm besorgte Nachrichten schicken. So war es auch nach dem Absturz einer 737 Max 8 von Boeing in Äthiopien am vergangenen Sonntag. Es war das zweite tödliche Unglück mit diesem Flugzeugtyp. Am 29. Oktober 2018 stürzte ein Exemplar der indonesischen Gesellschaft Lion Air ab. Zusammengezählt starben 346 Menschen. Gordon bekam Botschaften wie „Hoffentlich musst Du nicht mit diesem Flugzeug fliegen“. Er arbeitet für eine der drei amerikanischen Fluggesellschaften, die 737-Max-Jets in ihrer Flotte haben. Er war zwar selbst erst einmal mit diesem Typ unterwegs, hat aber in dieser Woche viel mit einem Piloten über deren Sicherheit gesprochen. Das hat ihn beruhigt. Er kann verstehen, dass die Öffentlichkeit aufgeschreckt ist, zweifelt aber nicht grundsätzlich an der Modellreihe: „Ich würde heute sofort in das Flugzeug steigen.“ Gewerkschaftsvertreter ermutigten indes ihre Mitglieder, nicht an Bord zu gehen, falls sie sich nicht sicher fühlten.

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