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VW-Tochterfirma vor Börsengang : Bei Traton lagen die Nerven blank

Traton-Chef Andreas Renschler spricht in Berlin vor einem Meeting mit Journalisten (Archivfoto) Bild: Getty

Auf dem Weg zu dem wohl größten deutschen Börsengang des Jahres ist die VW-Tochtergesellschaft Traton nur knapp an einem Eklat vorbeigeschrammt.

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          Die Umstände des für Ende Juni angekündigten, wohl größten Börsengangs des Jahres 2019 können kaum unglücklicher sein. Als die Märkte fest mit der Premiere von Traton vor Ostern rechneten, hat der Volkswagen-Konzern seine Nutzfahrzeugsparte auf die Parkposition geleitet. Nach mehr als einem Jahr intensiver, kräftezehrender und hektischer Vorbereitung der Mannschaft unter dem Vorstandsvorsitzenden Andreas Renschler wurde die Emission auf der Aufsichtsratssitzung des Autokonzerns im März überraschend abgesagt, trotz eines noch relativ günstigen Klimas. Die Nerven sollen blank gelegen haben: Renschler drohte in jenen März-Tagen seinen Posten hinzuschmeißen.

          Carsten Germis

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Rüdiger Köhn

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

          Nach Informationen der F.A.Z. gab es im Unternehmen VW etliche Bedenkenträger, die sich mit dem für den Konzern völlig neuen Gefühl einer Abtrennung von Geschäften nicht anfreunden konnten. Sie setzten sich durch, der Vorgang „Traton an die Börse“ kam auf Wiedervorlage; zum Ärger von Renschler, der die VW-Räson hinter seine strategischen Absichten stellt. Dem ehrgeizigen Manager geht es darum, Traton mit den Marken MAN und Scania zum Weltmarktführer zu machen; weit weg von Wolfsburger Einflüssen. Es soll zur Zerreißprobe gekommen sein. Unter Vermittlung der Arbeitnehmerseite hat der für sein energisches Auftreten bekannte Traton-Chef von seinem Ansinnen abgelassen. Es wäre ein Eklat gewesen: Ein Börsenkandidat, der mit einem Unternehmenswert von 25 bis 30 Milliarden Euro ein neues Schwergewicht ist, würde ohne Chef dastehen.

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