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Fahrdienst : Warum analysiert Uber One-Night-Stands?

Dank der App weiß Uber immer, wer wohin fährt. Bild: dpa

Der umstrittene Fahrdienst Uber weiß genau, wer wann wohin will. Und kann daraus Rückschlüsse auf potentielle One-Night-Stands ziehen. Was hat Uber davon?

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          Eine Fahrt mit Uber kann viel mehr über einen Menschen verraten, als man vermuten würde. Sogar intimste Details, wie nun bekannt wurde. Denn aus den Daten seiner Nutzer hat das Unternehmen aus San Francisco Rückschlüsse auf deren Liebesleben geschlossen.

          Britta Beeger
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Wie das geht, erklärt das Unternehmen in einem Blogeintrag aus dem März 2012, der inzwischen wieder gelöscht, im Internet aber noch auffindbar ist. Demnach hat Uber analysiert, wer am Wochenende eine Fahrt zwischen 22 Uhr abends und vier Uhr morgens gebucht hat – und dann eine weitere vier bis sechs Stunden später und in einem Umkreis von 160 Metern von dem Punkt, wo er abgesetzt wurde. „Rides of Glory“ nennt Uber solche Fahrten.

          In Karten von San Francisco, New York und weiteren amerikanischen Städten färbte Uber die Gegenden rot ein, in denen es besonders viele einmalige Liebesnächte gab. Folgt man der Logik, sind die Menschen in Boston besonders aufgeschlossen für One-Night-Stands: Ein Prozent aller Fahrten passen ins Muster. In New York ist es nur ein Fünftel davon.

          Dass Uber die Daten seiner Nutzer analysiert, ist kein Geheimnis. In den Nutzungsbedingungen weist das Unternehmen sogar explizit darauf hin. Doch welche pikanten Erkenntnisse sich daraus ableiten lassen, dürfte wohl nur wenigen klar gewesen sein. „Das ist eine absolute Schweinerei“, sagte der schleswig-holsteinische Beauftrage für den Datenschutz, Thilo Weichert, auf Anfrage.

          Im Interview mit der ARD-Sendung „Panorama“ und der „Berliner Zeitung“ bezeichnete Fabien Nestmann aus dem deutschen Uber-Management die Auswertung hingegen als „analytisches Spiel“ und verteidigte das Vorgehen: „Man kann aus sämtlichen Auswertungen Rückschlüsse ziehen, die helfen können, das Angebot zu verbessern. Das ist Teil der Aktivität, die Uber machen muss und wird.“ Für Uber gehe es darum, möglichst genau vorherzusagen, wo die Nutzer hinwollen, sagte eine Sprecherin auf Anfrage. Und zwar nicht nur, wo sie aussteigen, sondern zu welchem Hotel, welchem Restaurant oder welcher Wohnung sie wollen. Nur so könne Uber seine Autos gut auslasten und bei einer Buchung schnell vor Ort sein.

          Uber-App : Die „Uber“-App sorgt für Taxi-Krieg in New York

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