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Schlüsseljahr für VW : „Deutsche kaufen in der Krise Klopapier, Chinesen kaufen wieder Autos“

Zukunft aus Zwickau: Die Montage des ID.3 hat Volkswagen im Griff – mit der Software hapert es noch. Bild: dpa

Der Betriebsratschef von Volkswagen kritisiert die Vorstände – und das Elektromodell ID.3 kommt mit einer abgespeckten Version. Für den VW-Konzern wird 2020 immer mehr zum Schlüsseljahr.

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          Volkswagen bekommt seine Software-Probleme beim vernetzten Auto nicht in den Griff. Das Unternehmen wird sein neues Elektroauto ID.3 im Sommer deswegen in einer abgespeckten Grundversion an den Start bringen. „Der Zeitplan steht“, sagte Thomas Ulbrich, Vorstand für Elektromobilität der Marke VW , während einer Presseveranstaltung am Donnerstag in Berlin. „Die Markteinführung des ID.3 folgt wie angekündigt im Sommer.“ Das Ziel bleibt, im Sommer die rund 30.000 in Europa vorbestellten ID.3 nahezu gleichzeitig auszuliefern. Nach Angaben von Ulbrich werden die Fahrzeuge in der Produktion zunächst mit einer „aktuellen Software bespielt“. In den Monaten darauf sollen die digitalen Funktionen in regelmäßigen Abständen aktualisiert werden, hieß es.

          Carsten Germis

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Ilka Kopplin

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Überraschend kommen die Probleme mit der Software nicht. Schon seit einiger Zeit ist aus dem VW-Werk im sächsischen Zwickau, wo der ID.3 und von Ende des Jahres an auch der Elektro-SUV ID.4 gebaut wird, zu hören, es hake noch beim Zusammenspiel der komplexen Systeme. Dadurch könne das für den Start von VW in die Elektromobilität wichtige Auto nicht gleich mit allen Funktionen angeboten werden. Ähnliche Software-Probleme haben schon den Anlauf des neuen Golf 8 in Wolfsburg missraten lassen. Während Ulbrich in Berlin für die Elektromobilität und den ID. 3 warb, griff der Betriebsrat von VW in seiner am Donnerstag verbreiteten Mitarbeiterzeitschrift „Mitbestimmen“ den Vorstand wegen der technischen Schwierigkeiten mit dem neuen Golf direkt an. „Die Software ist weiter unser Problem“, sagte Betriebsratschef Bernd Osterloh, „bei allen anderen Teilen ist das Auto in Ordnung.“ Die Beschäftigten täten alles, damit der Golf auf Stückzahl kommt. „Aber im Vorstand will niemand die Verantwortung für die Ursprünge des Problems übernehmen, obwohl sie alle schon seit Jahren dabei sind.“ Er erwarte jetzt „ein klares Wort von ganz oben“, sagte Osterloh.

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