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Wann kommt unser Geld zurück? : Das lange Warten auf die Banken

Damit spart sich die Commerzbank 1,5 Milliarden Euro, die sie bei einem positiven HGB-Abschluss an den Soffin abführen müsste. Um die stillen Soffin-Einlagen zu ersetzen, hat die Commerzbank bis Ende 2017 Zeit. Danach werden sie nach den neuen Eigenkapitalregeln (Basel III) nicht mehr als Kernkapital anerkannt. Doch Vorstandschef Blessing muss rasch handeln, will er einen Exodus seiner besten Mitarbeiter verhindern. Denn nach dem Anfang 2011 in Kraft tretenden Restrukturierungsgesetz entfällt für Banken, die ihre staatliche Kapitalhilfe voll verzinsen oder mindestens zur Hälfte zurückgezahlt haben, die Begrenzung des Jahresgehalts für Mitarbeiter auf 500 000 Euro.

Zudem unterliegt die Bank im neuen Jahr nicht mehr der gesetzlichen Begrenzung der Kapitalerhöhung auf maximal 50 Prozent des Grundkapitals. Ab Januar 2011 sind Kapitalerhöhungen in beliebiger Höhe möglich, wenn sie dazu dienen, staatliche Kapitalhilfen zurückzuführen. Trotzdem hat die Commerzbank ein Problem: der niedrige Aktienkurs von 5,70 Euro. Das entspricht einer Marktkapitalisierung von 6,7 Milliarden Euro. Selbst eine Verdopplung des Grundkapitals reicht nicht. Nimmt man die 10 Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung der Deutschen Bank als Referenz, müsste den Anlegern mindestens ein Abschlag von 30 Prozent eingeräumt werden. Dann flössen 4,7 Milliarden Euro zu - nicht einmal ein Drittel der stillen Einlage.

Blessing steht neben einer Kapitalerhöhung auch die Alternative zur Verfügung, staatliches Kapital direkt zurückzugeben. Die Commerzbank hat auf den ersten Blick eine gute Kapitalausstattung: Die Kernkapitalquote belief sich Ende September auf 11,2 Prozent. Wenn die Commerzbank ihr Geschäftsvolumen reduziert, könnte sie Kapital freisetzen und dem Bund direkt zurückgeben. Doch die Investoren fordern von Banken gerade eine üppigere Kapitalausstattung. Sollte die Commerzbank als schwach kapitalisiert gelten, könnten weitere Kapitalerhöhungen, die mittelfristig nötig sind, scheitern.

Mehr Freude bereitet die Aareal Bank dem Steuerzahler. Denn der Wiesbadener Immobilienfinanzierer hat nicht nur seine staatliche Kapitalhilfe über 525 Millionen Euro stets voll bedient, sondern im vergangenen Sommer mit der Rückzahlung begonnen. Die erste Tranche über 150 Millionen Euro wurde bereits überwiesen. Das honoriert auch die Börse: Die Aareal-Bank-Aktie hat in diesem Jahr 65 Prozent gewonnen. Der Commerzbank-Kurs ist dagegen um 4,5 Prozent gesunken. (Markus Frühauf)

Die Hypo Real Estate

Georg Funke beschäftigt sich damit, seine Ansprüche vor Gericht durchzusetzen. Dazu gehört die Rücknahme seiner fristlosen Kündigung, um 3,5 Millionen Euro aus seinem eigentlich bis 2013 laufenden Vertrag zu verlangen. Er pocht auf die Pensionsansprüche über monatlich 47 000 Euro, die die Hypo Real Estate (HRE) nicht gewähren will. Während die strafrechtliche Aufarbeitung der Pflichtverletzungen des am 23. Dezember 2008 fristlos gekündigten Vorstandsvorsitzenden auf sich warten lässt, hat Funke, 55 Jahre, zumindest einen Teilerfolg erzielt. In einem ersten Schritt hat er gerichtlich den Anspruch auf zwei Monatsgehälter über 150 172,03 Euro bestätigt bekommen. Erhalten hat er das Geld noch nicht.

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