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Waffenhersteller : Mehrheit von Heckler & Koch geht an Finanzholding

  • Aktualisiert am

Sturmgewehre G36 von Heckler und Koch sind in der Firmenzentrale zur Werksinstandsetzung aufgereiht (Bild aus 2015). Bild: dpa

Das Unternehmen aus dem baden-württembergischen Oberndorf hat einen neuen Mehrheitseigner. Wie groß der übernommene Anteil ist, wurde zunächst aber nicht bekannt.

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          Die Luxemburger Finanzholding CDE des französischen Finanzexperten Nicolas Walewski übernimmt die Mehrheit am Waffenhersteller Heckler & Koch mit Sitz im baden-württembergischen Oberndorf. Das bestätigte der Waffenhersteller am Freitagnachmittag. Zuvor habe das Bundeswirtschaftsministerium der CDE grünes Licht gegeben.

          Hintergrund war ein Zwist zwischen CDE und dem Mehrheitsaktionär Andreas Heeschen, der 2002 eingestiegen war und Heckler & Koch dem britischen Rüstungskonzern BAE Systems abgekauft hatte. Unter Heeschens Regie nahm Heckler & Koch 2006 einen hoch verzinsten Kredit auf, der inklusive Zinslast mit mehr als 150 Millionen Euro auf der Firma lastete. Mit dem Geld wurde in eine Gartengerätefirma, in Flugzeuge und Schiffe investiert. Alle Investitionen waren Flops. Heeschen begründete dies mit der Finanzkrise, welche seine Pläne für eine erfolgreiche Diversifizierung zunichte gemacht hätten.

          Kleiner Gewinn 2019

          Die Finanzholding CDE kreidete Heeschen diese Fehler der Vergangenheit an und versuchte 2019 vergeblich, Heeschens Wahl in den Aufsichtsrat zu verhindern. Heeschen hatte der CDE vier Jahre zuvor 10 Millionen Aktien für ein Darlehen verpfändet, die CDE wollte die Anteile nun haben - nur das grüne Licht von der Bundesregierung fehlte noch. Jetzt wurde es offenkundig gegeben, und CDE übernimmt die Mehrheit an Heckler & Koch. Wie groß der übernommene Anteil ist, blieb zunächst unbekannt.

          Heckler & Koch hatte nach zwei Verlustjahren in Folge 2019 wieder einen kleinen Gewinn eingefahren. Nach Steuern blieben rund 1,6 Millionen Euro übrig. 2017 hatte unter dem Strich ein Verlust von gut 13 Millionen Euro gestanden, 2018 waren es gut acht Millionen. Die Rückkehr in die Gewinnzone sei einerseits auf Kostensenkungen und eine deutliche Effizienzsteigerung in der Produktion zurückzuführen, andererseits auf eine Lohnverzichts-Vereinbarung mit der Belegschaft, hieß es.

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