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Carsten Germis (cag.)

Um die Wurst : Volkswagen vegetarisch

  • -Aktualisiert am

Currywurst gibt’s nicht nur in Wolfsburg. Bild: dpa

Die Currywurst scheint bei VW wie der Diesel zum Auslaufmodellmodell zu werden. Das ist aber kein Veggie-Day durch die Hintertür, sondern Eingehen auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter – ganz ohne erhobenen Zeigefinger.

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          Trotz der Werksferien schafft es VW wieder einmal in die Schlagzeilen. Die Volkswagen-Currywurst, ein kulinarisches Kultprodukt aus eigener Metzgerei, scheint wie der Diesel zum Auslaufmodell zu werden. Die Kantine im Markenhochhaus, der Unternehmenszentrale auf dem Gelände des Stammwerks, bietet nach den Ferien nur noch vegane und vegetarische Gerichte an.

          Kommt der Veggie-Day, den die Grünen einst forderten, jetzt durch die Hintertür? Auch VW begründet den neuen Speiseplan schließlich mit dem Klimawandel und will damit CO2 vermeiden. Es ist die mit viel Moral aufgeladene politische Debatte über den rechten Weg zum Klimaschutz, die den Verzicht auf die Currywurst für manchen zum Kulturkampf macht. Dabei wünschen sich vor allem jüngere Büroangestellte von VW einfach nur ein breiteres, fleischfreies Angebot.

          Auch Essgewohnheiten ändern sich. Ihnen kommt das Unternehmen jetzt entgegen; in den anderen mehr als 20 Werkskantinen gibt es weiter deftige Haushaltskost. Jeder kann sich selbst entscheiden, was er mag, niemand wird mit erhobenem Finger erzogen. Kein schlechtes Vorbild, oder?

          Carsten Germis
          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

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