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Luxusimmobilie : VW will sich von Winterkorns Villa trennen

VW will sich von seiner Villa trennen. Bild: dpa

Angeblich hatte Martin Winterkorn in seiner Luxusimmobilie sogar einen beheizbaren Teich für seine Koi-Karpfen. Jetzt verkauft Volkswagen das Haus. Aus einem einfachen Grund.

          Bundesweit bekannt geworden ist die schmucke Villa in Groß Schwülper nach dem VW-Abgasskandal. Bis zu seinem Rücktritt wohnte zuletzt der frühere Volkswagen-Chef Martin Winterkorn auf dem Anwesen. Vor allem ein angeblich beheizbarer Teich für Koi-Karpfen auf dem Gelände machte damals Schlagzeilen. Anfang 2017 hatte der „Spiegel“ darüber berichtet.

          Carsten Germis

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Jetzt sucht Volkswagen für die Vorstandsvilla in dem Dorf zwischen Wolfsburg und Braunschweig einen Käufer. Derzeit wird das Haus nicht bewohnt, die neuen Spitzenmanager des Konzerns hatten offenbar kein Interesse, es zu mieten. Vor Winterkorn wohnten dort bereits seine Vorgänger Bernd Pischetsrieder und Ferdinand Piëch.

          Verkaufspreis noch nicht bekannt

          Dass VW die nicht mehr genutzte Villa jetzt auf den Markt bringen will, hat einen einfachen Grund. Die Gemeinde würde auf dem nördlichen Teil des Grundstücks gerne mehrgeschossige Wohnungen neu bauen. Bezahlbarer Wohnraum ist auch in der Umgebung von Wolfsburg knapp geworden. „Grundsätzlich unterstützen wir die Gemeinde sehr gern darin, Neubauwohnungen in Groß Schwülper zu schaffen“, sagte ein Sprecher von Volkswagen-Immobilien der F.A.Z. am Dienstag. „Dieser Teil des Grundstücks wird derzeit für die Vermarktung an Investoren vorbereitet.“ Die Häuser sollen zweigeschossig sein, konkrete Aussage zu Zeitplänen und Bebauung durch Investoren oder Volkswagen-Immobilien könnten noch nicht gemacht werden.

          Im Vordergrund steht für VW jetzt die Bebauung des nördlichen Grundstücksteils. Die leerstehende Villa mit Teich soll nach Angaben von VW-Immobilien dann „perspektivisch mit verkleinertem Grundstück verkauft werden“. Den Kaufpreis von rund einer Million Euro, über den die „Bild“-Zeitung zuerst berichtet hatte, bezeichnete der Sprecher als „Spekulation, die wir nicht bestätigen und weiter kommentieren“.

          Das Blatt hatte zudem geschrieben, dass Winterkorn die Kois für den Teich damals gar nicht bestellt und auch keine Heizung gefordert habe. Tatsächlich solle ein Architekt dafür gesorgt haben, dass das VW-Anwesen Kois bekam. „Fragen zur Ausstattung und Bewirtschaftung der Liegenschaft werden wir ebenfalls nicht kommentieren“, sagte der Sprecher dazu nur.

          In Groß Schwülper freut man sich über die neue Entwicklung um die früher von Winterkorn bewohnte Villa. „Die Gemeinde möchte, dass dort Geschosswohnungen entstehen, weil wir Wohnungen brauchen“, sagte Bürgermeister Uwe-Peter Lestin. Pläne für eine Bebauung und auch eine Straße habe es schon lange gegeben. Mit der Umsetzung habe man aber gewartet, bis die private Nutzung durch VW jetzt aufgegeben werde.

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