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Was wird aus Diess? : VW in der Schwebe

VW-Chef Herbert Diess im Juni in Zwickau Bild: Reuters

Eigentlich sollte Deutschlands größter Industriekonzern nach dem Dieselskandal gelernt haben, welche gravierenden Folgen Reputationsverluste haben.

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          Mit jedem Tag, der ohne eine Entscheidung zur Zukunft von Vorstandschef Herbert Diess verstreicht, schwindet das Vertrauen der Kapitalmärkte und Kunden in Volkswagen. Ohne Not, zumindest ohne ersichtlich zwingenden Anlass, hatte Diess den Betriebsrat mit Rechenspielen über einen drastischen Stellenabbau provoziert. Der sprach ihm das Misstrauen aus und startete damit eine Machtdemonstration, die jetzt das Unternehmen lähmt.

          Solange sich Arbeitnehmer- und Kapitalseite im Aufsichtsrat nicht über das weitere Vorgehen verständigen können, hängen wichtige Entscheidungen zur Zukunft des Unternehmens in der Schwebe. Dabei gibt es vor der Planungsrunde am 9. Dezember in Sachfragen durchaus Fortschritte. Porsche schafft Klarheit für den Bau eines neuen Geländewagens, während im Nutzfahrzeugwerk Hannover die drohende Unterauslastung offenbar vom Tisch ist. Auch die Forderung des Betriebsrats für ein weiteres E-Modell in Wolfsburg kann wohl erfüllt werden.

          All das hilft aber wenig, solange der Streit um Diess finale Entscheidungen blockiert, was ein schlechtes Licht auf VW wirft. Eigentlich sollte Deutschlands größter Industriekonzern nach dem Dieselskandal gelernt haben, welche gravierenden Folgen Reputationsverluste haben.

          Christian Müßgens
          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

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