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Deutsch-amerikanisches Bündnis : Allianz von VW und Ford rückt näher

  • Aktualisiert am

Volkswagen-Logo auf einem Werk in der Zentrale Wolfsburg Bild: EPA

Die Anzeichen für eine Allianz von Ford und VW verdichten sich. Offenbar soll es eine weitgehende Kooperation im Bereich des autonomen Fahrens und der Elektromobilität geben. Das könnte Auswirkungen auf die von Donald Trump geplanten Importzölle haben.

          Eine Allianz von Volkswagen und Ford rückt näher. Die beiden Konzerne haben sich in ihren Verhandlungen über eine Kooperation im Bereich des autonomen Fahrens und der Elektromobilität offenbar entscheidend angenähert, wie FAZ.NET aus gut informierten Kreisen erfuhr. Sie bestätigten damit einen Bericht der Nachrichtenagentur Reuters, die zuerst über die Kooperation berichtet hatte. Eine Person mit Kenntnis der Gespräche sagte demnach, Details sollen auf der Automesse in Detroit verkündet werden. Sie startet am kommenden Dienstag. Dann werde aller Voraussicht nach eine globale Allianz bekanntgeben, hieß es laut Reuters. Die Verhandlungen würden derzeit laut zwei Insidern aber noch fortgesetzt. Am weitesten sei man bei leichten Nutzfahrzeugen gekommen.

          Vor einer Veröffentlichung muss noch der VW-Aufsichtsrat grünes Licht geben. Dies ist den Informationen von Reuters zufolge am Freitag geplant. Volkswagen und Ford äußerten sich nicht dazu. Das niedersächsische Unternehmen prüfe eine Investition in die Ford-Sparte für autonomes Fahren. Umgekehrt ziehe der amerikanische Konzern eine Lizenzierung des Elektrobaukastens MEB von Volkswagen in Betracht.

          Der Wolfsburger Konzern und der zweitgrößte amerikanische Autobauer hatten im Juni angekündigt, eine strategische Zusammenarbeit bei Transportern auszuloten. Bei den weiteren Gesprächen stellte sich heraus, dass man auch auf anderen Gebieten kooperieren könnte, um die Kosten zu senken. Laut Volkswagen-Chef Herbert Diess seien Einsparungen von über den zuvor erwarteten 400 Millionen Euro möglich. Alle großen Autobauer investieren derzeit massiv in den Ausbau der Elektromobilität, neue Mobilitätsdienste und die Entwicklung selbstfahrender Autos. Um sich die Entwicklungskosten zu teilen, arbeiten immer mehr Unternehmen dabei zusammen.

          VOLKSWAGEN

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          Die nun offenbar erfolgte Allianz von Volkswagen und Ford könnte auch die Verhandlungsposition der Unternehmen hinsichtlich geplanter Importzölle auf Automobile stärken. Bei einer engeren Zusammenarbeit amerikanischer und deutscher Unternehmen dürfte es etwa dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, schwerer fallen, Importzölle durchzusetzen, arbeiten der deutsche und der amerikanische Konzern dann eng zusammen und sind sie auch gegenseitig abhängig von den Gewinnen. Diess hatte die Erwartungen an einen Bund mit Ford schon vor längerer Zeit angeheizt, als er anlässlich des Besuchs deutscher Automanager bei Trump in Washington im Dezember ein globales Bündnis in Aussicht stellte, das auch der amerikanischen Autoindustrie zugute kommen würde. Trump hatte zuvor verlangt, dass die deutsche Automobilindustrie verstärkt in Amerika investiere, um dort neue Arbeitsplätze zu schaffen.

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          Amerikas Nummer zwei steht dagegen wegen des Brexits in Europa unter Druck und muss sein Geschäft dort restrukturieren. Der VW-Boss brachte auch die mögliche Nutzung von Produktionskapazitäten von Ford in den Vereinigten Staaten durch die Niedersachsen ins Spiel. Die Amerikaner hielten sich allerdings mit solchen Ankündigungen zurück. Konzernchef Jim Hackett sprach von einer Gratwanderung, weil Ford und VW auch Konkurrenten seien. Unternehmenskreisen zufolge sucht Ford Investoren für seine Tochter Argo, die Systeme für selbstfahrende Autos entwickelt. Ford will den Rückstand zum Rivalen General Motors aufholen, dessen Marke Cruise computergesteuerte Wagen demnächst testet. Als führend auf dem Gebiet gilt die Google-Schwester Waymo, deren Fahrzeuge in Amerika schon viele Testkilometer zurückgelegt haben.

          Auch chinesische Techgiganten wie Baidu und Tencent wollen ein Stück vom Kuchen. Um in diesem Rennen um die Zukunft der Mobilität nicht abgehängt zu werden, sucht Volkswagen Anschluss. Ein führender Manager des Wolfsburger Konzerns sagte unlängst mit Blick auf den enteilten Konkurrenten Waymo, man könne nicht aufholen, in dem man mehr Geld ausgebe als die Amerikaner. Diese hätten im Zweifel tiefere Taschen. Im Moment komme es darauf an, ein robustes System an den Start zu bringen, das nicht die Welt koste.

          Cockpit des elektronischen Ford-Vans Transit

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