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Volkswagen steigert Gewinn : „Die SUV-Offensive ist weltweit ein voller Erfolg“

Der VW-T-Cross Bild: Göres

Sportliche Geländewagen sind umstritten. Für VW, den absatzstärksten Autohersteller der Welt, sind sie aber ein Erfolgsgarant – und ein Baustein zur Finanzierung der Mobilitätswende.

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          Für den Volkswagen-Konzern werden sportliche Geländewagen, sogenannte SUV, immer wichtiger. Wie der Autohersteller am Donnerstag mitteilte, ist aktuell jeder dritte verkaufte Wagen der Kernmarke VW ein Fahrzeug dieser Kategorie, die den Herstellern hohe Margen bringt und bei vielen Kunden beliebt ist, gleichzeitig aber wegen hohen Spritverbrauchs in der Kritik steht.

          Christian Müßgens

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Um weiter von der Nachfrage in vielen Ländern profitieren zu können, baut VW das Angebot weiter aus. Von den 34 neuen Modellen und Modellvarianten, die kommendes Jahr auf den Markt kommen sollen, seien allein 12 SUV sowie acht Elektro- und Hybridfahrzeuge geplant, kündigte der für das operative Geschäft der Marke zuständige Vorstand Ralf Brandstätter an. „Die SUV-Offensive ist weltweit ein voller Erfolg“, sagte er. „Ob T-Cross, Tiguan, Touareg in Europa, Atlas in den USA oder der Teramont in China: Wo sie auch hinschauen – unsere SUV-Offensive greift.“

          Marktanteile gewonnen

          Für VW sind die SUV ein wichtiger Baustein, der dem Konzern genug Einnahmen bescheren soll, um den teuren Übergang zur Elektromobilität finanzieren zu können. Neben den Geländewagen soll dazu auch eine höhere Effizienz durch Verschlankung und Umbau der Organisation beitragen, die der sogenannte Zukunftspakt sichern soll. Zudem setzt VW „Turnaround-Programme“ in den Regionen um. Auf diesem Weg sei die Kernmarke, die für mehr als die Hälfte aller verkauften Fahrzeuge im VW-Konzern steht, zuletzt gut vorangekommen, sagte Brandstätter.

          Von den im Zukunftspakt mit dem Betriebsrat bis 2020 vereinbarten 3 Milliarden Euro Einsparungen würden bis Ende 2019 rund 2,6 Milliarden Euro umgesetzt. Das Ziel der Produktivitätssteigerung von 5 Prozent im Jahr werde VW im laufenden Jahr übertreffen. Ende 2019 würden mehr als 7 Prozent erreicht sein. Im Zusammenspiel mit einem Plus an verkauften Fahrzeugen rechnet die Marke deshalb mit einem deutlich höheren Betriebsgewinn im Gesamtjahr. „In einem schrumpfenden Gesamtmarkt hat die Marke Volkswagen weltweit Marktanteile dazu gewonnen und das operative Ergebnis wesentlich gesteigert", sagte Brandstätter. Zur genauen Höhe des Ertrags machte er noch keine Angaben.

          Produktivität bleibt wichtig

          In den Regionen Nordamerika und Russland habe VW das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessern können. „In Südamerika gewinnen wir Marktanteile“, sagte der Finanzvorstand der Marke, Arno Antlitz. „Der finanzielle Turnaround in Nord- und Südamerika ist für 2020 angestrebt.“ Er betonte, dass die Produktivität weiter ein großes Thema bleibt, vor allem in den deutschen Werken. „Hier müssen wir in den nächsten Jahren noch viel stärker die hohen Produktionskosten durch Fortschritte bei der Produktivität ausgleichen.“

          Antlitz bekräftigte die Renditeziele für das laufende Geschäftsjahr 2019 von 4 bis 5 Prozent. Im nächsten Jahr solle die Marge etwa gleich bleiben, sagte er. Für das Jahr 2022 sind mindestens 6 Prozent eingeplant. In den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres hatte die Marke ihren Umsatz um 5 Prozent auf 65,4 Milliarden Euro gesteigert. Der operative Gewinn betrug 3,2 Milliarden Euro. Das entspricht einer Rendite von 4,8 Prozent, in der Vorjahreszeit waren es 3,7 Prozent. Die Zahl der verkauften Fahrzeuge lag mit 2,8 Millionen Euro wegen der aktuellen Schwierigkeiten in vielen Märkten nur auf Vorjahresniveau.

          Wie die F.A.Z. schon berichtet hatte, erhöht VW gleichzeitig das Tempo auf dem Weg in die Elektromobilität und steigert die Investitionen. So will die Marke in der Zeit von 2020 bis 2024 rund 11 Milliarden Euro ausgeben, um zum führenden Anbieter von batteriebetriebenen Fahrzeugen zu werden. In der vorherigen Fünf-Jahres-Planung für die Jahre 2019 bis 2023 waren Ausgaben von 9 Milliarden Euro eingeplant gewesen.

          Der Volkswagen-Konzern setzt in seiner Strategie so stark auf Elektroautos wie kaum ein anderer Anbieter der Branche. Die Marke VW spielt dabei eine zentrale Rolle. Sie soll im Jahr 2025 global mehr als eine Million rein batterieelektrisch betriebene Autos verkaufen. Dafür hat VW die neue Modellreihe ID. ins Leben gerufen, deren erstes Fahrzeug, der ID.3, seit diesem Jahr in Serie produziert wird.

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