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Gaskrise : VW rüstet sich für den Ausfall von Gaslieferanten

Das VW Werk in Wolfsburg. Der Autokonzern rüstet sich für eine Gaskrise. Bild: dpa

Wenn das Gas knapp wird, trifft das die Industrie hart. Europas größter Autokonzern feilt an Notfallplänen – und stellt Forderungen an die Politik.

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          Das Risiko eines Gasmangels im Winter hält Volkswagen in Atem. Zwar rechnet Europas größter Autokonzern nicht mit dem Extremfall, einem flächendeckenden Ausfall der Versorgung. Regionale Engpässe, etwa durch zu wenig Druck im Netz, könnten aber zum Problem werden und Lieferanten treffen, die schon jetzt unter hohen Preisen ächzten. Die Politik müsse die „unkontrollierte Explosion der Gas- und Strompreise eindämmen“, sagt VW-Cheflobbyist Thomas Steg. Ansonsten sei klar, dass „insbesondere kleinere und mittlere energieintensive Unternehmen in der Lieferkette große Probleme bekommen und die Produktion reduzieren oder einstellen müssen“.

          Christian Müßgens
          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          16 Länder, darunter Bulgarien, Österreich, Rumänien, die Tschechische Republik, Polen und Kroatien, hat der interne „Krisenstab Energie“ unter Beobachtung gestellt. Dort gebe es 6000 Lieferantenstandorte, von denen 40 Prozent unmittelbar betroffen seien, wenn sich die Versorgung verschlechtere und ein Mangel eintrete, hieß es in einer Gesprächsrunde am Donnerstag. VW reagiere darauf schon jetzt. So würden Lager für Bauteile aufgestockt und Notfallpläne mit Lieferanten erarbeitet. Trotzdem könne man Folgen für das eigene Geschäft „nicht vollständig ausschließen“, sagte Steg.

          Im eigenen Konzern will VW die für Europa und Deutschland gesetzten Einsparziele übererfüllen und den Gasverbrauch um einen „mittleren zweistelligen Prozentsatz reduzieren“, wie Michael Heinemann ankündigte, Chef der VW Kraftwerk GmbH. Die Umstellung der eigenen Stromproduktion in Wolfsburg auf Gas komme später. VW werde dort bis Ende des ersten Quartals 2024 weiter Steinkohle verwenden. An anderer Stelle sinke der Verbrauch, etwa indem VW die Temperatur seiner Büros auf 19 Grad und seiner Fabriken auf 17 Grad senke.

          Sollte es zum extremen Mangel mit staatlicher Zuteilung kommen, müsse es dem Unternehmen selbst überlassen werden, wie es verfügbares Gas an seine Standorte vergebe, forderte Steg. „Eine Verteilung auf Konzernebene wäre optimal, um die Produktion bestmöglich aufrechtzuerhalten.“ Zumindest sei eine Zuweisung „auf Ebene der juristischen Personen“ nötig, etwa der Volkswagen AG oder der Audi AG. Dahinter steht die Sorge, nur noch in bestimmten Werken arbeiten zu können, wo unterschiedliche Modelle mit verschiedener Rendite vom Band laufen. „Gleichzeitig benötigen wir eine zumindest wochenweise statt einer täglichen Zuteilung, um die notwendige Planungssicherheit im Schichtbetrieb und in der Versorgung mit Zulieferteilen zu haben.“

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