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VW-Modell Scirocco : Kultwagen als Hoffnungsträger

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VW-Markenchef Bernhard stellt Scirocco-Nachfolger vor Bild: ddp

Nicht nur mit Kostensenkungen, Stellenabbau und Verlängerung der Arbeitszeit will VW seine Ertragsprobleme in den Griff bekommen. Auch neue attraktive Modelle wie der neue Scirocco sollen die Nachfrage ankurbeln.

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          VW will ein legendäres Automodell wieder neu auflegen. Vor über 1300 Gästen stellte VW-Markenvorstand Wolfgang Bernhard in einem Hangar des Flughafens Tempelhof in Berlin die Designstudie „Iroc“ für den Nachfolger des in den 70ern beliebten Scirocco vor. Bernhard sprach von einem „Kult-Auto“ und „Juwel“ unter den VW-Modellen. „Dieser Name mußte einfach wiederkommen“, sagte er unter dem Beifall der Gäste.

          Mit dem neuen Modell will VW an die Erfolgsgeschichte des Bestsellers von damals anknüpfen. Von 1974 an war das zweisitzige Sportcoupé mit dem Namen eines Saharasturms bei Karmann in Osnabrück gebaut worden. Bis 1992 wurden 800.000 Exemplare verkauft. Dann folgte als sein Nachfolger der Corrado, der aber ein Flop wurde.

          „Das Produkt ist das wichtigste“

          Der neue Scirocco soll ab 2008 in Portugal gebaut werden. Damit will VW seine Modellpalette weiter auffächern. Das neue Volkswagen-Sportcoupe ist Teil der so genannten „Gleichteilestrategie“: Aus möglichst vielen gleichen Autoteilen möglichst viele unterschiedliche Modelle bauen, so die Devise. Der Anteil der identischen Teile mit dem Cabrio EOS solle „sehr hoch“ werden, sagte Wolfgang Bernhard.

          Im Mittelpunkt: Die Designstudie IROC

          Die Konzeptstudie zeige, wie ein erschwinglicher Sportwagen aussehen könnte, sagte Bernhard. Zum künftigen Preis des Autos, machte er keine Angaben. Kritiker hatten VW in der Vergangenheit vorgeworfen, wichtige Segmente und vor allem seine traditionellen Käufer vernachlässigt zu haben. Das will Bernhard mit bezahlbaren Autos wieder ändern. „Das Produkt ist das wichtigste“, sagt er.

          Neue Modelle für bessere Auslastung

          Bernhard bekräftigte, VW werde in den kommenden fünf Jahren 20 neue Modelle herausbringen. Davon sollen zehn komplett neue Autos sein, hatte er früher schon angekündigt. Die IROC-Studie ist das zweite Modell dieser Produktoffensive, die auch dazu beitragen soll, daß VW seine Ertragsprobleme in den Griff bekommt. Bereits im Februar 2006 war die Studie für den kompakten Geländewagen Tiguan vorgestellt worden.

          Die Traditionsmarke wird vergleichsweise teuer produziert und hat Überkapazitäten. Neue attraktive Modelle sollen deshalb die Nachfrage bei Europas größtem Autobauer ankurbeln und für bessere Auslastung der Werke sorgen.

          Positive Absatzzahlen

          Im Juli hat VW in Deutschland 48.950 Fahrzeuge verkauft, sagte Vertriebsvorstand Michael Kern am Rande der Veranstaltung. Dies sei im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Zuwachs von 13,6 Prozent. In den ersten sieben Monaten des Jahres legte der Absatz um 5,4 Prozent auf 319.311 Einheiten zu. Auch im August setze sich der positive Trend fort, sagte Kern.

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