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Volkswagens Software-Probleme : Konzernchef Diess holt McKinsey zu Hilfe

Herbert Diess im ID Buzz: Moderne Autos stecken voller Software – für den VW-Konzern und seinen Chef wird die Entwicklung zur Nagelprobe. Bild: AFP

Leistungsfähige Systeme sind für die Zukunft des Konzerns essentiell, aber die zuständige Sparte Cariad steckt in Schwierigkeiten. VW-Chef Diess gerät unter Druck – und holt Berater von außen.

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          Als Volkswagen vor drei Jahren mit Anlaufschwierigkeiten seines Elektroautos ID3 kämpfte, schlug der Konzern Alarm. Tausende Programmierer aus den eigenen Fachabteilungen und von Zulieferern wurden in „Bootcamps“ zusammengezogen, um Probleme mit der Software in den Griff zu kriegen und den Zeitplan für die Markteinführung zu retten. Am Ende gelang dies mit Hängen und Würgen. Jetzt braut sich über der Software-Sparte Cariad wieder etwas zusammen. Es betrifft eine Vielzahl künftiger Modelle und übersteigt alle bisher da gewesenen Schwierigkeiten mit den Programmen für Fahrzeuge bei Weitem. „Die Projekte der Cariad sind überlebenswichtig, doch es knirscht an allen Ecken und Enden“, heißt es aus Wolfsburg. Vorstandschef Herbert Diess gerät damit zunehmend unter Druck.

          Christian Müßgens
          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Nach seinem Machtkampf mit dem Betriebsrat im vergangenen Jahr hatte er die Verantwortung für Cariad übernommen, während er andere Zuständigkeiten abtreten musste, etwa für das Chinageschäft. Jetzt soll die Software-Sparte unter seiner Aufsicht eine einheitliche Architektur für zukünftige Fahrzeuge des Konzerns entwickeln, nachdem bisherige Modelle wie der ID3 zum großen Teil auf selbst entwickelten Systemen der jeweiligen Konzernmarken basierten. Der Aufbau – ein wichtiger Schritt im Kampf mit neuen Rivalen wie Tesla – gerät aber immer stärker in Verzug. Die Produktionsstarts einiger Modelle wurden schon verschoben. Für andere steht eine Entscheidung kurz bevor.

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