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Restrukturierung : VW verteilt die Verantwortung im Konzern neu

VW- Autos im Werk in Wolfsburg. Bild: AP

Der VW-Tanker soll wendiger werden – und die Mitarbeiter besser Englisch sprechen.

          Volkswagen-Chef Herbert Diess verteilt die Verantwortung im Konzern für die Weltregionen künftig auf seine Marken auf. In Zukunft übernehme jeweils eine Leitmarke die konzernübergreifende Steuerung für eine klar definierte Weltregion, teilte Volkswagen am Freitag in Wolfsburg mit. Entscheidungen könnten damit dezentraler getroffen werden. „Wir verteilen die Verantwortung auf mehrere Schultern“, sagte Diess.

          Carsten Germis

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Der Konzernvorstand in Wolfsburg könne sich mit dieser Struktur künftig besser auf die wichtigen strategischen Themen konzentrieren. „Damit machen wir Volkswagen schneller, schlanker und effizienter.“ Der VW-Chef hatte schon kurz nach seiner Amtsübernahme im April die Neuorganisation des Automobilkonzerns mit der Aufteilung in sechs Geschäftsfelder eingeleitet und auch die einzelnen Marken zu Gruppen zusammengefasst.

          In Zukunft soll nun die Kernmarke Volkswagen die Verantwortung für die Geschäfte in Nord- und Südamerika sowie die Sub-Sahara-Region übernehmen. Audi wird wiederum die Tätigkeiten im Nahen Osten und in der Asien-Pazifik-Region koordinieren. Ausgenommen bleibt aber das für VW wichtige China-Geschäft. Die Kernmarke verkauft mittlerweile gut jedes zweite ihrer Autos auf dem chinesischen Markt. Die Verantwortung für China soll auch in Zukunft beim Konzern verbleiben.

          Englisch-Kurse für Mitarbeiter

          Die spanische Tochtergesellschaft Seat hat künftig Nord-Afrika unter sich, während Russland und Indien unter das Dach von Skoda kommen. Skoda hat damit auch die Verantwortung für die Pläne von VW, mit einem Partner Billigautos für Schwellenländer wie Indien zu bauen.

          Eine Kooperation der tschechischen Volkswagen-Tochtergesellschaft mit dem indischen Automobilunternehmen Tata Motors war erst vor knapp einem Jahr gescheitert. Die starke Nachfrage nach Kleinwagen in Indien bedienen derzeit vor allem Maruti Suzuki sowie der koreanische Rivale Hyundai, die gemeinsam rund zwei Drittel des Absatzes bestreiten.

          Der neue VW-Personalchef Gunnar Kilian bemühte sich derweil, Sorgen in der Belegschaft zu zerstreuen, wegen der globalen Aktivitäten des Konzerns könne Englisch schon bald zur Unternehmenssprache werden. VW wolle die Englischkenntnisse seiner Mitarbeiter verbessern, aber bei Deutsch als Konzernsprache bleiben, hatte VW vor zwei Jahren unter Kilians Vorgänger Karlheinz Blessing beschlossen.

          „Natürlich erwarten wir von unserem Management, allen voran von unserem oberen Management-Kreis und unserem Top-Management, dass sie Englisch sprechen“, sagte Kilian der Mitarbeiterzeitung des VW-Betriebsrats. Das bedeute aber keinen Wechsel der Betriebssprache. „An den deutschen Standorten wird auch weiterhin im Alltag Deutsch gesprochen.“ Deutsch verliere seinen Stellenwert nicht. Aber Englisch sei als Arbeitssprache in einem globalen Unternehmen wichtig.

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