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Carsten Germis (cag.)

Machtkampf : VW braucht Klarheit

Das VW-Logo auf dem Verwaltungshochhaus des Volkswagen-Werks in Wolfsburg Bild: dpa

Der alte Machtkampf zwischen Konzernchef Diess und Betriebsratschef Osterloh ist neu entbrannt. Die Krise kommt zur Unzeit. Blockaden kann sich der Autohersteller nicht länger leisten. Es muss klar sein, wer das Unternehmen führt.

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          Die deutsche Autoindustrie steckt im größten Umbruch ihrer Geschichte. Der Wandel zur Elektromobilität, die strengen Umweltauflagen der Politik, die Digitalisierung, dazu jetzt noch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie – von allen Seiten steht die Branche unter Druck.

          Doch VW bleibt VW. Unbeeindruckt von allen Krisen, leisten sich VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh und Volkswagen-Chef Herbert Diess eine neue Runde in ihrem seit Jahren andauernden Machtkampf. Gerade blockieren sie sich bei wichtigen Personalentscheidungen. Diess will Volkswagen umbauen, gleichzeitig aber auch Effizienz und Rendite steigern, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dafür sucht er Mitstreiter an seiner Seite, die sein Tempo mitgehen. Zweimal schon stand der VW-Chef vor dem Sturz, weil er mit seinem fordernden und oft ruppigen Stil in Wolfsburg und vor allem bei Osterloh aneckte.

          Ein drittes Mal sollte sich der Aufsichtsrat das Schauspiel nicht anschauen. Die Formelkompromisse alter Zeiten, das gegenseitige Geben und Nehmen der unterschiedlichen Interessen, reichen nicht mehr. Diess und Osterloh stehen für unterschiedliche Wege. Machtkämpfe und Blockaden kann sich Volkswagen nicht länger leisten. Es muss klar sein, wer das Unternehmen führt.

          Carsten Germis

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

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