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Volkswagen : Müller winken 2.900 Euro Rente – täglich

Matthias Müller muss seinen Chef-Posten bei VW räumen. Seine Abfindung dürfte ihn aber freuen. Bild: dpa

VW-Chef Matthias Müller muss seinen Chefposten räumen. Um seine Altersvorsorge muss er sich trotzdem keine Gedanken machen. Das hat Tradition in Wolfsburg.

          Auch wenn VW-Chef Matthias Müller nach nur zweieinhalb Jahren seinen Chefposten bei Volkswagen aufgeben muss, dürfte er – zumindest finanziell – weich fallen. Da sein Vorstandsvertrag eigentlich noch bis Februar 2020 läuft, also noch knapp zwei Jahre, muss Volkswagen ihm entweder die Bezüge aus dem Vertrag weiter bezahlen oder eine üppige Abfindung anbieten. Finanziell dürfte das keinen großen Unterschied machen.

          Tillmann Neuscheler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Vergütungsberater schätzen, er könnte zum Abschied eine Abfindung in Höhe von bis zu 20 Millionen Euro bekommen. Der Vergütungsbericht sieht für Abfindungen eine Obergrenze von zwei Jahresgehältern vor. Dank der üppigen Konzerngewinne hat VW-Chef Müller auch üppig verdient – er gehört zu den Spitzenverdienern unter den Dax-Chefs und hat im vergangenen Jahr insgesamt rund zehn Millionen Euro bekommen. Einschließlich dem Versorgungsaufwand für seine Altersvorsorge kam er sogar auf fast 10,3 Millionen Euro – also leicht über dem von VW eigentlich selbst gesetzten Deckel von zehn Millionen.

          Tatsächlich dürften auch Müllers Ruhestandbezüge üppig ausfallen. Laut dem jüngsten Geschäftsbericht hat er zum Jahresende 2017 einen Ruhegehaltsanspruch von 57,5 Prozent seiner Grundvergütung erreicht, allerdings wird die letzte Anhebung im Jahr 2017 nicht mehr voll berücksichtigt. Grob überschlagen, dürfte Müller somit etwas mehr als eine Million Euro im Jahr Rente bekommen – das wären rund 2900 Euro am Tag.

          Auch Winterkorn wurde reich bedacht

          Zwar wurden nach dem Dieselskandal die Regeln für die Altersbezüge der Spitzenmanager im Konzern geändert, allerdings nicht für Vorstände mit Altverträgen. Volkswagen hat jedenfalls vorsorglich schon über 30 Millionen Euro für Müllers Ruhestandsbezüge zurückgestellt. Zudem hat Volkswagen seinen Vorstandsmitgliedern auch im Ruhestand die Nutzung von Dienstwagen zugesagt. Das gilt auch dann, wenn der Vertrag vorzeitig beendet wird.

          Der Volkswagen-Konzern hat auch in der Vergangenheit seinen Spitzenmanagern den vorzeitigen Abschied oft mit hohen Abfindungen versüßt und damit zwar Streit mit den Altvorderen vermieden, dafür aber negative Schlagzeilen in Kauf genommen. Als sich der Konzern im vergangenen Jahr von der früheren Verfassungsrichterin Christine Hohmann-Dennhardt trennte, die nach dem Dieselskandal als Vorstand für „Integrität und Recht“ von Daimler zu Volkswagen gekommen war, bekam sie eine Abfindung von bis zu 15 Millionen Euro. Eigentlich war sie zum Aufräumen nach Wolfsburg geholt worden, doch schon nach 13 Monaten musste sie wegen Streitereien im Management wieder gehen.

          Müllers Vorgänger Martin Winterkorn bekam nach seinem Abschied im Herbst 2015 trotz Dieselskandal sein Grundgehalt für 2015 und 2016 ungeschmälert weiter, hinzu kamen Bonuszahlungen, insgesamt wurde ihm sein Abschied mit rund 15 Millionen Euro versüßt. Für einen Aufschrei aber sorgten vor allem seine Ruhestandsbezüge, die unangetastet blieben – in Höhe von rund 3100 Euro am Tag.

          Finanziell noch besser dürfte es dem früheren Porsche-Chef Wendelin Wiedeking gehen. Nach einer harten Übernahmeschlacht bot ihm die Eigentümerfamilien Piëch/Porsche zu seinem Abgang im Jahr 2009 rund 140 Millionen Euro an, was den Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat aber zu viel war. Am Ende zog Wiedeking aber immer noch mit rund 50 Millionen Euro von dannen.

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