https://www.faz.net/-gqe-a33es

„Elektrifizierung der Flotte“ : Volkswagens Betriebsratschef hat keine Angst vor Tesla

  • Aktualisiert am

Mächtiger Mitentscheider: VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh Bild: dpa

Bernd Osterloh sieht Deutschlands größten Autokonzern gut gerüstet in der Elektromobilität. Er erklärt auch, warum eine Vier-Tage-Woche für VW kein Thema ist.

          1 Min.

          Der Automobilkonzern Volkswagen ist nach Ansicht des Betriebsrats-Vorsitzenden Bernd Osterloh auf einem guten Weg, sich gegen den amerikanischen Elektroauto-Hersteller Tesla zu behaupten. „Inzwischen sind wir mitten drin in der Elektrifizierung unserer Flotte“, sagte Osterloh der „Welt am Sonntag“.

          Er sehe gute Chancen, dass Volkswagen den von Elon Musk geführten Konkurrenten mit Blick auf die Stückzahlen und die Software überholen könne. „Wenn Tesla drei Fabriken aufbaut, in denen man zwischen 300.000 und 500.000 Autos bauen kann, dann reden wir von einer Stückzahl zwischen 900.000 und 1,5 Millionen“, sagte Oserloh und fügte hinzu: „Das wollen wir 2023 auch erreichen, wahrscheinlich schon früher.“

          VW habe mit dem modularen Elektrobaukasten einen großen Vorteil. „Darauf können wir beliebige Fahrzeuge aller Marken bauen“, betonte Osterloh.

          Auch IG-Metall-Chef Jörg Hofmann fürchtet sich nicht vor dem Hersteller aus Kalifornien. „Tesla muss uns nicht zeigen, wie Elektroautos gehen“, sagte Hofmann der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Er erklärte außerdem: „Während Tesla hochsubventioniert seine Fabrik in Brandenburg gerade erst baut, wird 200 Kilometer südlich im Zwickauer VW-Werk bereits E-Mobilität produziert, in deutlich höheren Stückzahlen.“

          Tesla baut derzeit eine Elektroautofabrik in Grünheide nahe Berlin. Ab Sommer 2021 sollen dort ungefähr 500.000 E-Autos im Jahr vom Band rollen, hat der Hersteller angekündigt. Unternehmenschef Elon Musk war in dieser Woche in Deutschland und hat dabei unter anderem die Baustelle besucht.

          Osterloh zufolge könnten Elektroautos auch im Stammwerk Wolfsburg gebaut werden. „Es besteht natürlich die Möglichkeit, den Standort Wolfsburg auf Elektroautos umzurüsten“, sagte er. „Wenn die Stückzahlen der Verbrenner stark runtergehen, dann werden wir als Betriebsrat fordern, dass wir hier auch ein Batteriefahrzeug fertigen.“

          Keinen Bedarf sieht Osterloh hingegen dafür, im Volkswagen-Konzern vorübergehend eine Vier-Tage-Woche einzuführen, um Arbeitsplätze zu sichern. VW habe schon einen Zukunftspakt abgeschlossen, sagte er. Dieser sei ausreichend für den Strukturwandel. Momentan könne auch nicht von weniger Arbeit die Rede sein. Den Golf habe der Konzern im Juni und Juli auf Vorjahresniveau produziert, es würden Sonderschichten gefahren. „Die Vier-Tage-Woche ist für VW kein Thema.“

          Weitere Themen

          Mainzer Goldgrube im Kampf gegen die Pandemie Video-Seite öffnen

          Globaler Hoffnungsträger : Mainzer Goldgrube im Kampf gegen die Pandemie

          Voriges Jahr war die Mainzer Biotechnologiefirma Biontech noch weithin unbekannt, nun hat sie sich zum globalen Hoffnungsträger im Kampf gegen die Corona-Pandemie gemausert. Zusammen mit dem amerikanischen Pharmariesen Pfizer entwickelte Biontech einen nach eigenen Angaben zu mehr als 90 Prozent wirksamen Impfstoff gegen das Virus.

          Topmeldungen

          Holz allein reicht nicht! : Wie Bauen wirklich nachhaltig wird

          Die Hälfte aller verarbeiteten Rohstoffe steckt in Gebäuden, Straßen oder Brücken. Durch das Bauen entstehen riesige Mengen CO2. Trotzdem können Bauherren einiges für Klimaschutz und Wohngesundheit tun. Ein paar Vorschläge.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.