https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/vw-bedauert-werbeanzeige-bei-breitbart-17205799.html

Werbe-Fauxpas : VW bedauert Werbeanzeige bei „Breitbart“

  • Aktualisiert am

Auf Breitbart bewarb Volkswagen sein neues E-Modells ID.3. Bild: Reuters

Wieder einmal steht Volkswagen wegen einer Werbung in der Kritik. Auf der rechten Nachrichtenseite „Breitbart“ erschien eine Anzeige des Unternehmens. VW entschuldigte sich und versprach Aufklärung.

          1 Min.

          Der VW-Konzern muss erneut Kritik wegen eines umstrittenen Werbeauftritts im Internet einstecken. Nachdem eine Anzeige des Unternehmens auf dem rechtskonservativen amerikanischen Nachrichtenportal „Breitbart“ erschienen war, zeigten sich einige Nutzer sozialer Netzwerke verwundert über die Platzierung. „Man sollte denken, Konzerne wie VW beauftragen nur Könner ihres Fachs“, hieß es etwa in einem Tweet vom vorigen Wochenende. Der Branchendienst „Werben & Verkaufen“ hatte am Donnerstag darüber berichtet.

          VW erklärte dazu: „Wir bedauern, dass es zu dieser Ausspielung kam. Volkswagen distanziert sich eindeutig von jedem extremistischen Gedankengut.“ Im Netz kursierten Screenshots, die ein grünes Exemplar des neuen E-Modells ID.3 in einer Mittelspalte der „Breitbart“-Seite zeigten.

          „Es ist uns äußerst wichtig, dass keine Anzeigen in extremistischen, diskriminierenden und die Menschenwürde verletzenden Publikationen geschaltet werden“, betonte eine VW-Sprecherin nun. „Deswegen führen wir aktiv eine Liste von Publikationen, auf denen Werbeanzeigen nicht ausgespielt werden dürfen und entsprechend blockiert werden.“ Die „Breitbart“-Seite finde sich unter den Einträgen. „Wir sind dabei aufzuklären, wie diese Werbung trotz unserer klaren Vorgaben auf der Seite erscheinen konnte.“ Man werde anschließend darüber informieren.

          Der Autobauer hatte im vergangenen Jahr durch ein als rassistisch empfundenes Werbevideo für den neuen Golf 8 bei Instagram einen Shitstorm ausgelöst. Ein schwarzer Mann war darin von einer weißen Hand herumgeschubst worden. VW entschuldigte sich relativ spät und überprüfte die Prozesse, die zur Beauftragung der zuständigen Agentur geführt hatten. Kontrollpannen wurden eingeräumt – Rechtsvorständin Hiltrud Werner sprach von „fehlender Sensibilität und prozessualen Fehlern“. Interne Prüfungen hätten aber keine Hinweise auf Vorsatz und Absicht oder auch gezielte rassistische Anspielungen ergeben.

          Der Autohersteller war schon früher Adressat ähnlicher Kritik gewesen. Im Sommer 2018 etwa beschwerte sich ein Twitter-User: „Ich bin mir sicher, dass „Breitbart“ kein passender Träger für Ihre Unternehmenswerte und -kultur ist.“ Nach der Aufarbeitung der Vorgänge um den Instagram-Clip erklärte der damalige VW-Vertriebschef Jürgen Stackmann, er werde dafür sorgen, dass es Ethikschulungen gibt und ein „Diversity Board“ aufgebaut wird. Letzteres soll klare Freigabe-Standards zwischen Marketing-Abteilung und Agentur sichern.

          Weitere Themen

          „Angespannte“ Lage nach Druckabfall

          Nord Stream 1&2 : „Angespannte“ Lage nach Druckabfall

          Die Betreiber von Nord Stream 1 und 2 haben ein Druckabfall in den Gaspipelines erkannt. Während zwei Stränge der 1 für Reparaturen für einen Monat ausfallen sollen, wurde bei Nord Stream 2 ein Leck festgestellt.

          Die Industrie verlässt Deutschland

          F.A.Z.-Wirtschaftskonferenz : Die Industrie verlässt Deutschland

          Die Energiekrise bringt Unternehmen in Deutschland an den Rand ihrer Existenz. Selbst Mittelständler wollen jetzt ihre Produktionen ins Ausland verlagern, warnt BDI-Präsident Russwurm auf der European Economic Conference.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.