https://www.faz.net/-gqe-93krb

Volkswagen-Konzern : Abschied von Ferdinand Piëch ist vollzogen

Ferdinand Piëch gibt sein Aufsichtsratsmandat auf. Bild: dpa

Ferdinand Piëch löst sich vom Konzern. Er gibt sein Aufsichtsratsmandat ab und verkauft seine Aktienbeteiligung. Doch wer übernimmt die Anteile?

          Ferdinand Piëch, der die Geschicke des Volkswagen-Konzerns jahrelang prägte, hat beinahe alle Bande zu dem Familienkonzern gelöst: Seine Aktienbeteiligung hat er verkauft, und sein Aufsichtsratsmandat gibt er mit einem Monat Verzögerung mit Wirkung zum 8. Dezember ab. Das geht aus einer Mitteilung der Porsche SE hervor, die mit den Stimmen der Familien Porsche und Piëch die Funktion des Hauptaktionärs der Volkswagen AG ausübt.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Konkret geht es um ein Aktienpaket von 14,7 Prozent, das Ferdinand Piëch an der Porsche SE hielt. Er reichte es zunächst an seinen Bruder Hans Michel Piëch weiter, der allerdings einen Teil davon an die Porsches verkaufte, wie er im Interview mit dieser Zeitung im Frühjahr sagte. Der Preis des Aktienpakets wurde damals auf 900 Millionen Euro geschätzt, aber die Familienmitglieder äußerten sich dazu nicht.

          Hans Michel Piëch betonte gegenüber der F.A.Z. mit Blick auf die Finanzierung des Geschäfts: „Es ist sichergestellt, dass uns keiner reinreden kann.“ Die Banken sähen die Entwicklung des Volkswagen-Konzerns sehr positiv. Das habe ihn und seine Angehörigen bestärkt, die Anteile von Ferdinand Piëch zu übernehmen. Für den Platz im Porsche-Aufsichtsrat, den der ehemalige VW-Chef seit 1981 innehatte, wird nun wohl auch Hans Michel Piëch einen Vorschlag machen, jedenfalls hat er das im Frühjahr angekündigt.

          Inwieweit das Thema innerhalb der Familien geklärt ist, lässt sich nicht abschätzen. Spekuliert wurde schon über Daniell Porsche, der im Aufsichtsrat von Skoda sitzt, oder über Louise Kiesling, die dem VW-Aufsichtsrat angehört. Sie ist eine geborene Piëch, hat ihre Anteile allerdings mit der Familie Porsche gepoolt. Die Kinder von Ferdinand Piëch kommen als Kandidaten nicht in Frage, weil sie keine Anteile haben. Einzige Verbindung zwischen Ferdinand Piëch und dem Autokonzern ist noch die indirekte Beteiligung der Ferdinand Karl Beta Privatstiftung an der Porsche-und-Piëch-Familien-GmbH, die allerdings keine Einflussnahme möglich macht.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Demonstranten gehen in Hongkong am Donnerstagabend abermals auf die Straße, um gegen die geplanten politischen Reformen zu protestieren.

          Proteste in Hongkong : Der rasante Verfall der Meinungsfreiheit

          China übt druckt auf jedes Unternehmen aus, das die Hongkonger Demonstranten unterstützt. Unter den Mitarbeitern der Fluglinie Cathay Pacific herrschen inzwischen Angst und Misstrauen.

          Fed-Präsident Jerome Powell : Der Buhmann, der nicht golfen kann

          Jerome Powell lenkt die mächtigste Zentralbank der Welt. Der Fed-Chef schlägt eine fast aussichtslose Schlacht – auch gegen seinen eigenen Präsidenten. Nun warten Anleger und Politiker in der ganzen Welt auf eine Rede von ihm.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.