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Abgas-Skandal : Teilerfolg für VW-Sammelkläger in Großbritannien

Bis zu 1,2 Millionen Diesel-Fahrzeuge sollen in Großbritannien manipuliert worden sein. Bild: dpa

Der High Court in London bestätigt, dass Volkswagen „illegale Abschalteinrichtungen“ in Diesel-Fahrzeugen verwendet hat. Ob fast 100.000 VW-Kunden Geld bekommen, muss sich trotzdem erst noch zeigen.

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          In der größten Massenklage von Dieselfahrern in England und Wales gegen Volkswagen hat der High Court in London am Montag eine erste Entscheidung verkündet. Das Gericht stellte fest, dass die in den Dieselfahrzeugen verwendete Emissionsprüfsoftware nach den EU-Vorschriften eine „illegale Abschalteinrichtung“ darstellt.

          Marcus Jung

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Damit schlossen sich die britischen Richter der Auffassung des deutschen Kraftfahrtbundesamtes an. Die Behörde aus Flensburg war ebenfalls zu dem Ergebnis gekommen und hatte in Deutschland den Rückruf zahlreicher Autos mit EA-189-Motor angeordnet.

          Für die Kläger aus England und Wales markiert der Zuspruch durch die Justiz nur einen Teilerfolg. Erst in einer zweiten Phase des Verfahrens muss der High Court in London über die Verursachung eines Schadens und Haftung von VW urteilen. Erst dann steht überhaupt fest, ob es zu einer Entschädigung in Höhe von möglicherweise „Hunderten Millionen Pfund“ kommt, wie es die Klägeranwälte der Kanzlei Slater and Gordon fordern.

          Über Haftung wird später geurteilt

          Mit einer Entscheidung in diesem Teil der Sammelklage wird britischen Medien zufolge zum Jahresende 2020 gerechnet. „Das vernichtende Urteil bestätigt, was unsere Kunden schon lange wissen, was VW aber nicht akzeptieren will“, sagte Verbraucheranwalt Gareth Pope der F.A.Z. „VW hat in Großbritannien Millionen von Fahrzeugen mit Abschaltvorrichtungen ausstattet, um bei Emissionsprüfungen zu betrügen.“

          Früheren Angaben von Slater and Gordon zufolge schlossen sich 100.000 Verbraucher der Klage an. Ein Sprecher von Volkswagen sprach von 86.000 Klägern. Volkswagen sei enttäuscht, dass das Urteil nicht zugunsten des Konzerns ausgefallen sei, erklärte der Sprecher. „Allerdings hat das Gericht lediglich Vorfragen entschieden.“ Man werde Entscheidungsgründe nun sorgfältig prüfen und entscheiden, ob man Rechtsmittel einlegen werde. 

           

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