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Vorwurf der Veruntreuung : Renault verklagt Carlos Ghosn auf Schadenersatz

  • Aktualisiert am

Unter Druck: Carlos Ghosn Bild: Reuters

Der Autohersteller Renault beteiligt sich an Ermittlungen der französischen Justiz gegen seinen früheren Konzernchef Carlos Ghosn. Es geht um die Veruntreuung von Geldern.

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          Der französische Autobauer Renault will von seinem früheren Chef Carlos Ghosn Schadenersatz erstreiten. Der Konzern teilte mit, er werde eine Zivilklage in Frankreich wegen mutmaßlichen finanziellen Fehlverhaltens einreichen. In Frankreich laufen Ermittlungen gegen Ghosn wegen Vorteilsannahme unter anderem im Zusammenhang mit seiner pompösen Hochzeit auf Schloss Versailles im Oktober 2016.

          Die Feier in der Schlossanlage von "Sonnenkönig" Ludwig XIV. könnte eine illegale Zuwendung für einen Sponsorenvertrag gewesen sein, den Renault mit Schloss Versailles abgeschlossen hatte. Auch wegen verdächtiger Finanztransaktionen zwischen Renault und seinem Vertriebspartner im Golfstaat Oman sowie verdächtigen Verträgen des Gemeinschaftsunternehmens von Renault und Nissan in den Niederlanden (RNBV) wird gegen Ghosn ermittelt.

          Auch Nissan klagt

          Mitte Februar hatte bereits der japanische Autobauer Nissan Zivilklage gegen Ghosn in Japan eingereicht und zehn Milliarden Yen (rund 83,4 Millionen Euro) gefordert. Nissan wirft dem früheren Manager unter anderem vor, Firmenjets privat genutzt und Wohnimmobilien im Ausland verwendet zu haben, ohne dafür zu bezahlen. Außerdem beschuldigt der Autobauer Ghosn unrechtmäßiger Zahlungen an seine Schwester und seinen Anwalt im Libanon.

          Ghosn wiederum hat angekündigt, Renault in mehreren Verfahren auf eine Summe in zweistelliger Millionenhöhe verklagen zu wollen. Unter anderem will Ghosn Renault zur Herausgabe von Aktien im Wert von gut 15 Millionen Euro zwingen sowie zu einer jährlichen Rentenzahlung von fast 800.000 Euro. Am Freitag schoben die Anwälte des Ex-Automanagers eine Eilklage wegen der Rentenzahlungen zunächst auf. Sie begründeten dies damit, dass sie mehr Zeit bräuchten, um neu eingereichte Unterlagen von Renault zu sichten.

          Flucht in den Libanon

          Der ehemalige Automanager, zuletzt Chef des Verwaltungsrates von Nissan, war im November 2018 in Japan festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem vor, Firmenkapital zweckentfremdet und private Verluste auf Nissan übertragen zu haben.

          Ghosn selbst sprach stets von einer Verschwörung bei Nissan, um ihn loszuwerden. Grund sei, dass er Nissan noch näher an den französischen Autobauer Renault heranführen wollte. Kurz vor Jahreswechsel hatte sich Ghosn aus Japan abgesetzt und war nach einer spektakulären Flucht in den Libanon gereist.

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