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Vorwurf der Untreue : Erbenstreit erschüttert Discounter Aldi Nord

Babette Albrecht auf dem Oktoberfest Bild: dpa

In der Aldi-Familie gibt es Streit um die Verteilung von Millionen. Ausgangspunkt ist die komplizierte Eigentumsstruktur des Unternehmens. Womöglich hat der Familienärger auch Folgen für das Geschäft.

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          Streit kommt in den besten Familien vor. Auch in Familienunternehmen: Dort zanken Gesellschafter gerne hinter verschlossenen Türen. Im Streit der Erben des Discounters Aldi Nord kommen jedoch immer mehr Details an die Öffentlichkeit. Im August hatte Nicolay Albrecht mehrere seiner Geschwister und einen befreundeten Anwalt angezeigt. Er warf ihnen vor, Gelder veruntreut zu haben. Dies könnte auch Einfluss auf die Geschäfte des Discounters haben, der in Deutschland rund 35.000 Mitarbeiter beschäftigt und zusammen mit Aldi Süd zu den wichtigsten Handelskonzernen zählt. Gemeinsam kontrollieren die beiden Unternehmen mehr als ein Zehntel des Marktes im deutschen Lebensmitteleinzelhandel.

          Stefanie Diemand
          Redakteurin in der Wirtschaft.
          Christian Müßgens
          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Die Aldi-Erben sollen sich in Summe mehrere hundert Millionen Euro aus der unternehmensnahen Jakobus-Stiftung ausgezahlt haben, die einen Teil der Anteile von Aldi Nord kontrolliert. Allein im vergangenen Jahr flossen laut Medienberichten 50 Millionen Euro. Auch Nicolay Albrecht soll über Jahre viel Geld bekommen haben, ging aber in der letzten Ausschüttungsrunde offenbar leer aus. Dies soll ihn möglicherweise zu der Anzeige veranlasst haben, die derzeit von der Kieler Staatsanwaltschaft geprüft wird. Sie untersucht, ob ein Anfangsverdacht vorliegt, steht aber noch ganz am Anfang, wie die Ermittler in Kiel berichten.

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