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„Vorteilhafte Konditionen“ : Auch die EU reserviert sich Impfstoffe gegen das Coronavirus

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen posiert mit EU-Ratspräsident Charles Michel und EU-Parlamentspräsident David-Maria Sassoli in Brüssel. Bild: Reuters

Die EU-Kommission unter Ursula von der Leyen verkündet am Freitag, Vereinbarungen mit Sanofi und GSK getroffen zu haben. Und auch Japan und Großbritannien legen nach.

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          Die EU-Kommission hat beim französischen Pharmahersteller Sanofi und seinem britischen Partner Glaxo-Smith-Kline (GSK) im Rahmen eines vorläufigen Vertrages bis zu 300 Millionen Dosen eines noch zu entwickelnden Impfstoffes gegen das Coronavirus reserviert. Das teilte die EU-Kommission am Freitag mit.

          Christian Schubert
          Wirtschaftskorrespondent in Paris.
          Ilka Kopplin
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Die Vorbestellung erfolge im Namen der 27 EU-Mitglieder, mit anderen Herstellern werden auch Gespräche geführt, teilte die Kommission mit. EU-Präsidentin Ursula von der Leyen sprach von einem „ersten wichtigen Eckstein einer viel breiteren europäischen Impfstoff-Strategie“. Mehr werde bald kommen. Die französische Regierung begrüßte die Vereinbarung umgehend. Dieser Vertrag erlaube es, den Mitgliedsländern den Impfstoff, wenn er existiert, zu „vorteilhaften Konditionen“ zu beziehen, teilte sie mit.

          Europa schaltet sich damit erstmals in das Rennen um den sehnlichst erwarteten Impfstoff ein. Zuvor war die EU – nicht zuletzt von Sanofi – wegen ihrer langsamen Reaktion auf die Vorbereitung der Impfstoff-Versorgung kritisiert worden. Am Freitag hatten Sanofi und GSK auch berichtet, dass sie als Lieferant die Kooperation mit den Vereinigten Staaten verstärken. Dafür erhalten sie bis zu 2,1 Milliarden Dollar.

          Mehr als die Hälfte der Summe soll in die Entwicklung des Impfstoffs fließen, der Rest in den Ausbau der Produktion und die Lieferung von anfänglich 100 Millionen Dosen des Vakzins, mit der Option auf weitere 500 Millionen Dosen. Eine klinische Studie der Phase 1/2 soll im September beginnen. Eine Erprobung in der Phase 3 könnte bis Ende des Jahres folgen, so dass ein Zulassungsantrag im ersten Halbjahr 2021 möglich wäre, teilten die Unternehmen mit.

          Zudem wurde am Freitag bekannt, dass der deutsche Hersteller Biontech mit seinem amerikanischen Partner Pfizer einen weiteren Vertrag über die Lieferung von 120 Millionen Dosen des eigenen Impfstoffkandidaten für das erste Halbjahr 2021 mit Japan geschlossen hat. Erst kürzlich haben das Mainzer Biotechunternehmen und Pfizer eine großangelegte Studie mit bis zu 30.000 Probanden begonnen. Sollten die Erprobungen weiterhin erfolgreich verlaufen, planen die Unternehmen, im Oktober die Zulassung zu beantragen.

          Auch Großbritannien hat sich bereits erhebliche Kapazitäten gesichert und in vier verschiedene Impfstoff-Projekte investiert, darunter Vorhaben der Unternehmen Biontech-Pfizer, Sanofi-GSK, Valneva sowie Astra-Zeneca und die Universität Oxford. Einige dieser Akteure sind mit ihren Testverfahren schon weiter fortgeschritten als Sanofi und GSK. Die EU betonte, dass der Impfstoff “ein wahrhaft globales Gut sein” müsse, das auch ärmeren Ländern zur Verfügung stehen soll.

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