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Vorstandschef und Aufsichtsrat : Früherer Dresdner-Bank-Chef Walter gestorben

  • -Aktualisiert am

Bernhard Walter Bild: Picture-Alliance

Bernhard Walter führte die Dresdner Bank und war Aufsichtsratschef des Baukonzerns Bilfinger. Am Wochenende verstarb er im Alter von 72 Jahren, teilte seine Familie nun mit.

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          Der frühere Vorstandssprecher der Dresdner Bank und frühere Aufsichtsratsvorsitzende des Baudienstleistungskonzerns Bilfinger ist tot. Bernhard Walter starb am Wochenende im Alter von 72 Jahren, wie seine Familie in Bad Homburg bei Frankfurt jetzt mitteilte. Bis zuletzt war Walter Vorsitzender der von ihm gegründeten Frauenkirche-Stiftung zum Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche. Dort findet zu seinem Gedenken am 31. Januar ein Gottesdienst statt.

          In frischer Erinnerung ist Walter als Aufsichtsratsvorsitzender der Bilfinger AG. Zunächst verpflichtete Walter den früheren hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch im Jahr 2011 als Vorstandsvorsitzenden. Der Wechsel von Koch in die Wirtschaft galt damals als gewagter, aber für Bilfinger als kluger Schachzug. Doch Koch scheiterte. Er trat im August 2014 zurück, nachdem das Mannheimer Unternehmen zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen die Gewinnprognose verringern musste und Koch Widerstand im Aufsichtsrat spürte.

          Anschließend hielt Walter selbst eine Pressekonferenz ab, auf der er seine Sicht der Dinge darzustellen versuchte. Demnach habe der Aufsichtsrat Koch zum Rücktritt gedrängt, weil Bilfinger interne Ziele mehrmals verfehlt habe und nun ein Vertrauensverlust entstanden sei. Im Oktober legte dann Walter sein Mandat im Aufsichtsrat nieder, dem er seit dem Jahre 1998 angehört hatte.

          Damals war die Dresdner Bank ein wichtiger Aktionär des Unternehmens gewesen. In der früher zweitgrößten deutschen Bank, die im Jahr 2009 in der Commerzbank aufging, hatte der in Markgrönningen (Baden Württemberg) geborene Walter im Jahr 1958 seine berufliche Karriere begonnen. 1987 wurde er Vorstandsmitglied und war für das nach dem Riss des Eisernen Vorhanges zeitweise mit der französischen Bank BNP Paribas gemeinsam betriebene Osteuropageschäft der Dresdner Bank zuständig. Aus dieser Verbundenheit rührte ein Teil des ehrenamtlichen Engagements Walters etwa für die TU Dresden, die Handelshochschule Leipzig und die Dresdner Frauenkirche.

          Aus Walters Zeit bei der Dresdner Bank bleibt vor allem die gescheiterte Fusion mit der Deutschen Bank in Erinnerung. Zu Jahresbeginn 1998 war Walter als Nachfolger von Jürgen Sarrazin zum Vorstandssprecher aufgestiegen. Mit Rolf-E. Breuer von der Deutschen Bank einigte er sich im Jahr 2000 auf einen Zusammenschluss. Die Fusion wurde im März 2000 als „Merger of Equals“ (Zusammenschluss unter Gleichen) verkündet und scheiterte doch – am Widerstand der Investmentbanker in der Deutschen Bank. Obwohl Walter eine Verantwortung für das Scheitern bestritt, trat er noch im April 2000 zurück. Walter blieb aber ein gefragter Aufsichtsrat in Industrieunternehmen wie Deutsche Telekom, Daimler und Henkel.

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