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Vorstand von McDonald’s : Rücktritt nach Romanze

Steve Easterbrook tritt als McDonald’s-Chef zurück. Bild: Wolfgang Eilmes

McDonald’s entlässt den Vorstandsvorsitzenden wegen einer Liebesbeziehung mit einer Person aus der Belegschaft. Der Vorwurf: schlechtes Urteilsvermögen. Eine Organisation, die sich für Mitarbeiterrechte einsetzt, wertete den Schritt als Indiz dafür, dass das Unternehmen grundlegende Defizite habe.

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          Steve Easterbrook gab sich reumütig. „Das war ein Fehler“, schrieb er in einer E-Mail an die Mitarbeiter von McDonald’s, nachdem bekanntgeworden war, dass er seinen Posten als Vorstandsvorsitzender des Unternehmens aufgeben muss. Die Imbisskette hatte mitgeteilt, eine „einvernehmliche Beziehung“ Easterbrooks mit einer Person aus der Belegschaft habe nach Einschätzung des Verwaltungsrats gegen ihre Richtlinien verstoßen und von „schlechtem Urteilsvermögen“ gezeugt. Der Manager sagte, angesichts der „Werte“ des Unternehmens stimme er mit dem Aufsichtsgremium überein, dass er sein Amt nicht mehr weiter ausüben sollte. Er hat McDonald’s mit sofortiger Wirkung verlassen, an seine Stelle ist der 51 Jahre alte Chris Kempczinski gerückt, der bisher das Geschäft von McDonald’s in den Vereinigten Staaten geführt hat.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Easterbrook, ein gebürtiger Brite, ist bei weitem nicht der erste Vorstandschef eines amerikanischen Unternehmens, der über eine Affäre gestürzt ist. Im vergangenen Jahr musste Brian Krzanich seinen Posten an der Spitze des Halbleiterkonzerns Intel räumen, auch damals wurde als Begründung eine „einvernehmliche Beziehung“ im Kollegenkreis angeführt. Rücktritte wegen Romanzen gab es auch schon lange bevor die „#MeToo“-Bewegung vor rund zwei Jahren an Fahrt aufgenommen hat. 2005 entließ der Flugzeughersteller Boeing seinen damaligen Vorstandschef Harry Stonecipher nach einer Affäre mit einer Mitarbeiterin.

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