https://www.faz.net/-gqe-8vhjy

Vor Prozessbeginn : Schlecker-Familie soll 26 Millionen Euro beiseite geschafft haben

  • Aktualisiert am

Die Drogeriekette Schlecker meldete im Jahr 2012 Insolvenz an. Bild: dpa

Am kommenden Montag beginnt der Prozess gegen früheren Drogerieketten-Inhaber Anton Schlecker und seiner Familie. Angeblich steht eine brisante Zahl in der Anklageschrift.

          1 Min.

          Der einstige Drogeriemarkt-Unternehmer Anton Schlecker und seine Familie sollen in Zusammenhang mit der Insolvenz der Kette mehr als 26 Millionen Euro beiseite geschafft haben. Das gehe aus der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Stuttgart für den am kommenden Montag beginnenden Prozess hervor, berichtet die „Wirtschaftswoche“.

          Allein 16 Millionen Euro sollen demnach dem Zugriff der Gläubiger entzogen worden sein, indem Anton Schlecker sie durch überteuerte Verträge mit dem Logistikunternehmen LDG an seine Kinder verschob. Der Sohn und die Tochter waren Gesellschafter der LDG.

          In der Auflistung der Staatsanwaltschaft tauchen daneben dem Bericht zufolge unter anderem Schenkungen an Schleckers Enkelkinder und Beraterhonorare an seine Frau auf. Und eine Gewinnausschüttung der LDG.

          Schleckers Anwalt Norbert Scharf sagte der „Wirtschaftswoche“, die in der Anklageschrift aufgeworfenen Fragen „betreffen einen umfangreichen, komplexen und rechtlich schwer einzuordnenden Sachverhalt aus der Historie der Firma“. Daher verböten sich voreilige Festlegungen.

          Der Prozess gegen Anton Schlecker, seine Frau, seine beiden Kinder und zwei Wirtschaftsprüfer beginnt am Montag vor dem Stuttgarter Landgericht. Schlecker, die einst größte Drogeriemarktkette Deutschlands, hatte im Januar 2012 Insolvenz angemeldet. Ungefähr 25.000 Beschäftigte verloren infolgedessen ihre Arbeit. Das Insolvenzverfahren läuft weiter und wird nach Angaben des Insolvenzverwalters Arndt Geiwitz noch mehrere Jahre dauern.

          Weitere Themen

          Scholz wirbt für Zeitungslektüre

          20 Jahre F.A.Z.-Schülerprojekt : Scholz wirbt für Zeitungslektüre

          24.000 Teilnehmer aus etwa 1260 Schulen – seit 20 Jahren läuft das F.A.Z.-Schülerprojekt „Jugend und Wirtschaft“ schon. Schulklassen lesen gemeinsam die F.A.Z. – und schreiben selbst Artikel. Scholz findet: Zeitungen zu lesen erweitert den Horizont.

          Topmeldungen

          Der Abteilungsleiter für Wirtschaftsfragen im amerikanischen Außenministerium, Keith Krach, traf am 18. September in Taiwan mit Ministerpräsident Su Tseng-chang zusammen.

          Militärmanöver : Plant China einen Angriff auf Taiwan?

          Amerikas Beziehungen mit Taiwan werden immer enger. Nun plant Washington neue Waffenverkäufe an Taipeh – und verärgert damit China. Peking verschärft seine Drohgebärden in Richtung der Insel.
          Die Unilever-Zentrale in Rotterdam

          Teurer Abzug aus Niederlande : Ein kühner Plan gegen Unilever

          Unilever will seine Ko-Zentrale in Rotterdam zu schließen – und würde damit die niederländische Unternehmenswelt auf den Kopf stellen. Doch der Umzug könnte für den Konzern teuer werden.
          Der emeritierte Monarch Juan Carlos.

          Geliebte des Königs klagt an : Der König wird zum Opfer erklärt

          Die ehemalige Geliebte des spanischen Königs Juan Carlos bezichtigt die spanische Königsfamilie eines „Staatsstreichs“. Für Sayn-Wittgenstein-Sayn ist der emeritierte Monarch das „Opfer“ seiner Ehefrau Sofía und des früheren spanischen Ministerpräsidenten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.