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Vor Machtwechsel in Amerika : Allianz-Chef setzt auf Trumps Steuerpolitik

  • Aktualisiert am

Allianz-Chef Bäte erwartet auch positive Effekte von Trumps Politik. Bild: dpa

Eine Senkung der Unternehmenssteuern wäre gut für die Allianz, sagt Konzernchef Bäte. Von anderen Plänen Trumps hält er dagegen wenig. Auch eine abrupte Zinswende bereitet ihm Sorgen.

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          Allianz-Chef Oliver Bäte hält auf der Suche nach Zukäufen in Amerika nur Ausschau nach großen Konkurrenten. „Uns würde nur eine größere Übernahme helfen. Kleinere Unternehmen kaufen ergibt für uns keinen Sinn“, sagte Bäte der „Süddeutschen Zeitung“ „Und da muss man sehen, wer zu uns passt, eine saubere Bilanz hat und bezahlbar ist.“ Amerikanische Unternehmen seien derzeit extrem hoch bewertet.

          Europas größter Versicherer hatte in Amerika bisher nur Nischenanbieter wie Fireman’s Fund gekauft. Die Allianz schaue sich aber nicht primär in Amerika nach Übernahmen um. „Dabei liegt der Fokus auf der Sachversicherung und auch auf Vermögensverwaltung und Kreditversicherung“, sagte Bäte. „Europa ist auch auf der Liste möglicher Expansionsfelder.“

          Zu Berichten über ein Interesse am schweizerischen Rivalen Zurich, der auch in den Vereinigten Staaten stark vertreten ist, äußerte sich der Allianz-Chef nur indirekt. „Man muss (...) immer erst jemanden haben, der gekauft werden will.“ Die Allianz habe nie eine feindliche Übernahme gemacht. „Die Integrationsrisiken bei solchen Großübernahmen sind so groß, dass man wirklich ein freundliches Verhältnis zum Management braucht, damit eine Übernahme erfolgreich ist“, sagte Bäte. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte aus Finanzkreisen berichtet, dass die Allianz vor einem Jahr bereits ein Auge auf Zurich geworfen hatte. Bäte und Zurich-Chef Mario Greco verstünden sich aber nicht.

          Vom Regierungswechsel in Amerika verspricht sich die Allianz positive Effekte. „Die geplante Senkung der Unternehmenssteuern in den Vereinigten Staaten wäre für uns gut, weil wir dort sehr viel Steuern zahlen“, sagte Bäte. Der starke Dollar helfe ihr wegen der Umrechnungseffekte in Euro. „Und die Veränderungen bei der Regulierung sind auch sehr positiv, da wurde in der Vergangenheit einiges übertrieben.“ Fragezeichen werfe dagegen eine mögliche protektionistische Politik des neuen Präsidenten Donald Trump auf.

          Bäte warnte vor einer abrupten Zinswende. „Ein Zinsschock nach oben haut kräftig ins Gebälk, vor allem über die Anleihen der Lebensversicherung. Wir sagen unseren Gesprächspartnern: Ihr müsst aufpassen, dass ihr nicht den Teufel mit dem Beelzebub austreibt und plötzlich Versicherer in die Insolvenz laufen.“ Der Allianz würde das zwar nicht passieren. „Aber andere haben nicht so hohe Reserven wie wir.“

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