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Vor Aktionärsabstimmung : Nächster Zug im Kampf um die Vormacht bei Dell

  • Aktualisiert am

Unternehmensgründer Michael Dell will den Computerkonzern von der Börse nehmen Bild: AP

Im Übernahmekampf um den Computerhersteller Dell reagiert Großinvestor Carl Icahn auf das verbesserte Angebot von Unternehmensgründer Michael Dell und kauft weitere vier Millionen Aktien.

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          Seit Monaten tobt zwischen Großinvestor Carl Icahn auf der einen Seite und Unternehmensgründer Michael Dell auf der anderen Seite ein Kampf um die Zukunft des Unternehmens. Michael Dell will den Konzern gemeinsam mit der Beteiligungsgesellschaft übernehmen und im Zuge dessen von der Börse nehmen.

          Jetzt verstärkt Großinvestor Icahn den Druck und kauft weitere vier Millionen Aktien des Unternehmens. Nach einer Eingabe an die amerikanische Börsenaufsicht hält Icahn nun insgesamt 156,5 Millionen Dell-Aktien, was einem Anteil von 8,9 Prozent entspricht. Vorher hatte er eine Beteiligung von 8,7 Prozent. Er ist damit hinter Dell-Gründer und CEO Michael Dell der größte Aktionär des Computerkonzerns.

          Die Chancen für einen erfolgreichen Buyout von Dell durch Michael Dell und den Finanzinvestor Silver Lake hatten sich erst vor einigen Tagen wieder massiv verbessert. Der zuständige Board-Ausschuss des Konzerns stimmte einer Änderung des Abstimmungsmechanismus zu und erlaubte der Buyout-Gruppe um Gründer Michael Dell, den Aktionären ihr verbessertes Angebot vorzulegen. Das hatte der Ausschuss bislang abgelehnt, erst eine in Aussicht gestellte Sonderdividende sorgte für den Stimmungswandel.

          Michael Dell hatte sein Angebot für den Buyout letzte Woche um 10 Cent auf 13,75 Dollar je Aktie erhöht, forderte jedoch im Gegenzug eine Änderung der Abstimmungsregeln für die Aktionäre. Der Board-Ausschuss wollte dies zunächst nicht. Kurz vor der Abstimmung über das ursprüngliche Angebot sicherten der Gründer und Silver Lake den Aktionären aber eine Sonderdividende in Höhe von 13 Cent je Aktie zu und garantierten darüber hinaus die bislang fragliche Ausschüttung für das dritte Quartal von 8 Cent.

          Über das ursprüngliche Angebot im Volumen von 24,4 Milliarden Dollar sollten die Aktionäre eigentlich am letzten Freitag abstimmen. Um die neuen Bedingungen zu prüfen, bekommen sie nun mehr als einen Monat Zeit. Die Abstimmung wurde auf den 12. September festgelegt.

          Michael Dell will den einst erfolgreichen und nun unter der PC-Krise leidenden Computerhersteller von der Börse nehmen, um ihn in Ruhe und ohne den Erfolgsdruck der Börseninvestoren umzubauen. Er hat jedoch in dem Großaktionär Carl Icahn einen unbequemen und lautstarken Gegenspieler. Der hatte noch am Donnerstag Klage eingereicht, um jegliche Änderung der Abstimmungsmodalitäten zu verhindern.

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