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Übernahme der Deutsche Wohnen : Vonovia hat sich verzockt

Die Fassade der Zentrale der börsennotierten Wohnungsgesellschaft Deutsche Wohnen SE in Berlin Bild: dpa

Zum zweiten Mal scheitert der Dax-Konzern mit dem Versuch, die Deutsche Wohnen zu übernehmen. Was trotzdem für einen dritten Anlauf spricht.

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          Der Wohnungskonzern Vonovia erleidet zum zweiten Mal Schiffbruch mit dem Versuch, den Wettbewerber Deutsche Wohnen zu übernehmen. Die fehlende Akzeptanz der Aktionäre ist für alle Befürworter ein Desaster, vor allem aber für Vonovia-Chef Rolf Buch, der in Bochum einen profitablen Dax-Konzern und Marktführer geschmiedet hat.

          Dass er die Schuld nun zockenden Fonds und passiven Anlegern in die Schuhe schiebt, klingt wohlfeil. Haben seine mandatierten Investmentbanker diese bekannten Sollbruchstellen im Vorfeld etwa nicht abgeklopft? Verzockt haben sich vielmehr die Chefs von Vonovia und Deutsche Wohnen sowie die Stadt Berlin, als sie mit großer Selbstgewissheit den geplanten Zusammenschluss im Mai verkündeten. Sie hatten die Rechnung ohne die Aktionäre gemacht.

          Buch hat zuletzt sensibel auf die angespannte Lage am Mietmarkt in Berlin und anderswo reagiert. Will er seine Zugeständnisse weiterhin durch Kostenersparnisse finanzieren, wird er mehr Größe brauchen und um einen dritten Anlauf für die Übernahme kaum herumkommen. Dieser sollte dann aber passen.

          Sven Astheimer
          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

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