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Gründerszene : Die Deutschen scheuen das Risiko

Von wegen Ich-Ag im Berliner Coworking Space: Junge Deutsche wollen vornehmlich beim Staat arbeiten. Das beunruhigt die Gründerszene. Bild: Jens Gyarmaty

Selbständigkeit ist für viele Deutsche nicht mehr erstrebenswert. Am liebsten wollen Studenten beim Staat arbeiten. In den Ergebnissen des KfW-Gründungsmonitors macht sich der lange Aufschwung bemerkbar.

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          Ein Kokon sei Deutschland, singt der Liedermacher Rainald Grebe und stichelt in Richtung Bundeskanzlerin: „Mutti sagt immer, wie gut’s uns geht, im Kokon.“ Weich und gemütlich sei es im Inneren: „Flieg nicht raus, bleib einfach drin“, rät er seinen Hörern – und trifft einen Zeitgeist, den auch neue Zahlen und Daten eindrucksvoll bestätigen: Das Interesse der Deutschen, sich auf das Wagnis einer Unternehmensgründung einzulassen, ist auf einem Tiefpunkt. Stattdessen sehnen sich junge Menschen an der Schwelle zum Berufseinstieg immer stärker nach der Sicherheit des öffentlichen Dienstes.

          Gustav Theile

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Dietrich Creutzburg

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Wie eine Auswertung der Förderbank KfW zeigt, hatten in Deutschland zuletzt nur noch 25 Prozent der Erwerbsbevölkerung den Wunsch, durch einen Wechsel in die Selbständigkeit einmal der eigene Chef zu werden. Verglichen mit dem Jahr 2000, als sich noch 45 Prozent einen solchen Aufbruch vorstellen konnten, hat sich die Zahl damit beinahe halbiert. Basis dieser Auswertung ist der KfW-Gründungsmonitor 2019, für den jährlich insgesamt rund 50.000 Menschen im Alter von 18 bis 67 Jahren befragt werden.

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