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Kommentar : Der Markt wird eine Antwort geben

Könnte schneller fahren, soll es als Neuwagen bald nicht mehr: Ein Volvo XC60 D5 Bild: Hersteller

Volvo führt ein Tempolimit von 180 Kilometern je Stunde ein. Das trifft den ökopaternalistischen Zeitgeist, am Ende entscheiden aber die Käufer. Immerhin: Volvo hat die Karten offen auf den Tisch gelegt.

          Volvo kommt bald mit 180 Sachen aus. Kein neues Auto des skandinavischen Herstellers soll vom Jahr 2020 an mehr Kilometer je Stunde auf die Piste bringen können, die Leistung wird einfach abgeregelt. Der Konzern, der mit hohen Sicherheitsstandards für seine Karossen wirbt, begründet die ungewöhnliche Ansage mit der moralischen Pflicht, die Zahl der Verkehrstoten durch Geschwindigkeitsübertretungen zu verringern.

          Das trifft den ökopaternalistischen Zeitgeist, wirft jedoch Fragen auf: Warum ausgerechnet 180 Kilometer je Stunde, wenn doch viele Unfälle bei wesentlich niedrigeren Geschwindigkeiten geschehen? Geht es hier wirklich um das Allgemeinwohl oder will Volvo durch geschicktes Marketing aus der Not eine Tugend machen? Denn mit der Elektrifizierung des Autos gehören Geschwindigkeiten jenseits der 200er-Grenze ohnehin bald der Vergangenheit an. Und kleinere Motoren können schon jetzt helfen, die Emissionsziele schneller zu erreichen.

          Sicher, auch gedrosselte Volvos sind noch mit ordentlich PS unter der Haube zu bekommen. Spannend wird sein, ob die der deutsche Kunde aber noch will. Der Markt wird eine Antwort geben. Immerhin: Volvo hat die Karten offen auf den Tisch gelegt.

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

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