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F.A.Z. exklusiv : VW will die Margen seiner Händler drastisch kürzen

Ein VW-Händler in Wiesbaden Bild: dpa

Die Vertragshändler sollen nur noch 10 statt wie bisher 15 Prozent erhalten. Viele Betriebe befürchten, in die Verlustzone zu rutschen.

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          Zwischen dem Volkswagen-Konzern und seinen Vertragshändlern dürfte es zu neuen Streitigkeiten über die Margen kommen. Denn VW will die Vergütung für die Händler offenbar stärker zusammenstreichen als bisher angenommen. Aus einer „Vorabinformation zur Margenregelung ab 1. April 2020“, die der F.A.Z. vorliegt, geht hervor, dass die bislang zumeist gewährte Marge von 15 Prozent auf 10 Prozent gekürzt werden soll.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Diese 10 Prozent teilen sich zudem künftig auf in eine Grundmarge von 6 Prozent und eine Zusatzmarge von 4 Prozent. Eine generell niedrigere Marge gewährt Volkswagen seinen Händlern für den Verkauf von Elektrofahrzeugen; für die Modelle E-Up und E-Golf werden bislang 10 Prozent gewährt, künftig sollen es 6 Prozent sein. Allerdings sind das Auslaufmodelle, die neue elektrische Familie ID ist in der Liste noch nicht aufgeführt.

          Woran die künftige Zusatzmarge geknüpft werden soll und wie eventuelle weitere Leistungskriterien Eingang in die Vergütung finden sollen, dazu mag Volkswagen nichts sagen. Das Unternehmen teilt auf Anfrage vielmehr mit, der geplante Einschnitt sei kleiner. „Wie bereits bekannt, wird Volkswagen-Personenwagen die durchschnittliche Marge mit den neuen Händlerverträgen, die ab 1.4.2020 in Kraft treten, um einen Prozentpunkt senken.

          Im Gegenzug stellen wir die unternehmerische Freiheit unserer Partner stärker als bisher in den Vordergrund und ermöglichen damit deutliche Einsparungen, zum Beispiel durch Anpassungen von Vorgaben und Standards oder effizientere IT-Systeme“, heißt es aus Wolfsburg. Die Diskrepanz zwischen dieser Aussage und der an die Händler verschickten Vorabinformation wird nicht erklärt. „Darüber hinaus werden wir keine weiteren Details zum Margen- und Bonussystem veröffentlichen“, heißt es von Volkswagen.

          Ein Händler sagte der F.A.Z., nach den erheblichen Investitionen der vergangenen Jahre sei mit den neuen Margen für viele Betriebe das Abrutschen in die Verlustzone programmiert. Das werde auch Auswirkungen auf das Verhalten gegenüber den Kunden haben. „Bevor ich ein Fahrzeug konfiguriere, frage ich erst mal, wie viel Rabatt sich der Kunde vorstellt. Ist das zu viel, fange ich erst gar nicht mehr an, ein Fahrzeug zusammenzustellen“, sagt der Händler. VW wolle das so, dem zuständigen Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann dürfe man keinen Meter trauen. Leider habe selbst der eigene Händlerverband das Unheil nicht kommen sehen oder jedenfalls unterschätzt.

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