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Streit mit Zulieferer : Volkswagen-Mitarbeitern droht Kurzarbeit

  • Aktualisiert am

Geht dem VW-Stammwerk Wolfsburg das Material aus? Bild: dpa

Der Streit mit einem Zulieferer bedroht die Volkswagen-Produktion in Wolfsburg. Angeblich steht nur noch Material für eine Woche zur Verfügung.

          In der Produktion am Volkswagen-Stammwerk in Wolfsburg kommt es wegen eines Streits mit einem Zulieferer zu Engpässen. „Ein Lieferant von Volkswagen hat die vertraglich vereinbarte Belieferung mit Bauteilen ausgesetzt“, erklärte ein Sprecher am Mittwoch.

          Trotz einer einstweiligen Verfügung sei die Versorgung nicht wieder aufgenommen worden. „Da die weitere Entwicklung derzeit nicht absehbar ist, prüfen wir für Teilbereiche der Produktion am Standort Wolfsburg Flexibilisierungen der Arbeitszeit.“

          In Emden geht es um Sitzbezüge

          Womöglich steht in Wolfsburg nur noch genug Material für eine Woche zur Verfügung. Für die kommende Woche sei „die Aufrechterhaltung der Fertigung nicht mehr gegeben“, berichtete die „Bild“-Zeitung und beruft sich dabei auf ein internes Schreiben an Führungskräfte. Dem Bericht zufolge droht Kurzarbeit.

          In Wolfsburg beschäftigt VW etwa 60.000 Menschen. Auch das Werk in Kassel mit mehr als 16.000 Mitarbeitern ist von einem ähnlichen Streit betroffen. Hier sind es Getriebeteile, die fehlen. „Der Engpass in der Produktion ist uns seit letzter Woche bekannt“, sagte ein Sprecher dazu. „Wir arbeiten jetzt mit Flexibilisierungs-Maßnahmen. Es ist nicht absehbar, was passiert.“

          Schon vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass Volkswagen in seinem Werk Emden Mitarbeiter vorübergehend in den Zwangsurlaub schickt. Weil ein Hersteller von Sitzbezügen nicht liefere, müsse von diesem Donnerstag an die komplette Fertigung ruhen, sagte ein Werkssprecher.

          Daher wurde demzufolge für mehr als 3000 Mitarbeiter vom 18. bis 24. August Kurzarbeit beantragt. Grund sind Lieferschwierigkeiten des konzerneigenen Autositzherstellers Sitech. Dahinter steckt ein Rechtsstreit mit einem Unterlieferanten, von dem die VW-Tochtergesellschaft die Sitzbezüge erhält. Sitech selbst muss wegen des Streits nach eigenen Angaben für 450 Mitarbeiter in Emden ebenfalls Kurzarbeit anmelden.

          Preisverhandlungen?

          Ein VW-Sprecher sagte vor wenigen Tagen dazu, man habe rechtliche Schritte gegen den Lieferanten eingeleitet. Das Unternehmen sei per Gerichtsbeschluss verpflichtet worden, die Teileversorgung wieder aufzunehmen. Den Grund für die juristische Auseinandersetzung nannte VW nicht.

          Einem Insider zufolge stecken weder Preisverhandlungen noch mögliche Qualitätsprobleme dahinter. Volkswagen muss wegen der Lasten der Abgaskrise sparen und übt nach Informationen aus der Branche massiven Druck auf Lieferanten aus.

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