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Modell „ID“ : Volkswagens Elektroauto soll aus Sachsen kommen

  • Aktualisiert am

Volkswagens Elektro-Modell ID wurde auf dem Autosalon in Paris vorgestellt. Bild: dpa

VW hat angekündigt, sein künftiges Elektromodell in Zwickau vom Band laufen zu lassen. Seinen Gewinn hat die Kernmarke unterdessen deutlich gesteigert. Das ist auch eine Folge der Restrukturierung.

          Volkswagen will den guten Jahresstart seiner Hauptmarke VW für weitere Verbesserungen nutzen. „Das gute erste Quartal gibt uns Rückenwind für die kommenden Monate“, sagte Markenchef Herbert Diess am Freitag in Wolfsburg. Finanzvorstand Arno Antlitz ließ erkennen, dass die Rendite-Ziele angehoben werden könnten. „Wir werden die Ergebnisziele kritisch hinterfragen und gegebenenfalls erhöhen, sobald wir absehen können, dass das Erreichte nachhaltig abgesichert ist.“ Bisher nimmt sich VW bis 2020 eine operative Rendite von vier Prozent vor, bis 2025 soll sie auf sechs Prozent klettern. Dafür soll die Produktivität weiter gesteigert werden.

          Im ersten Quartal hatte VW den Betriebsgewinn auf knapp 900 Millionen Euro mehr als verzehnfacht. Vor Jahresfrist hatten wegen der Belastungen durch die Dieselaffäre nur magere 73 Millionen Euro zu Buche gestanden. Inzwischen greift Diess zufolge die Restrukturierung, die lange als mickrig belächelte Rendite von VW kletterte auf 4,6 (Vorjahr 0,3) Prozent.

          Damit fährt VW allerdings bei der Ertragskraft noch hinter der Konkurrenz her. Den Ton unter den Massenherstellern geben die künftige Opel-Muttergesellschaft Peugeot, deren Lokalrivale Renault und der japanische Autobauer Toyota an. Sie erzielen alle Renditen von rund sechs Prozent oder sogar mehr.

          Ziel: Reichweite bis zu 600 Kilometer

          Markenchef Herbert Diess wurde von BMW geholt, um den Autobauer profitabler zu machen. Dazu hat das Unternehmen zusammen mit dem Betriebsrat auch einen „Zukunftspakt“ vereinbart, der unter anderem den Wegfall von weltweit bis zu 30.000 Stellen vorsieht – ohne betriebsbedingte Kündigungen. Im Gegenzug sollen Tausende Arbeitsplätze in Zukunftsfeldern entstehen.

          Der Umsatz der Stammmarke mit den wichtigen Modellen Golf und Passat soll den Angaben zufolge in diesem Jahr um zehn Prozent zulegen. 2016 waren es 74 Milliarden Euro.

          Ihren Hoffnungsträger für den Start in die Ära der Elektroautos will die Kernmarke VW im Werk Zwickau fertigen. Der „ID“ solle um rund 25 Prozent effizienter als heutige Fahrzeuge produziert werden, kündigte Markenchef Herbert Diess am Freitag in Wolfsburg an. Das Fahrzeug, das früheren Angaben zufolge einen rein elektrischen Antrieb haben und eine Reichweite von 400 bis 600 Kilometern schaffen soll, werde ab 2020 auf den Markt kommen und solle bei den Kosten mit Dieselmodellen vergleichbar sein. Technisches Konzept und Design würden in diesem Jahr festgelegt.

          Wirtschaftsminister erfreut

          Diess bestätigte das Ziel, dass VW im Jahr 2025 rund eine Million E-Autos jährlich verkaufen und damit Marktführer auf der Welt sein wolle. Zuvor war bekanntgeworden, dass Volkswagen in den kommenden fünf Jahren mit neun Milliarden Euro die Entwicklung alternativer Antriebsmodelle wie Elektro- und Hybridmotoren voranbringen will. VW steht auch wegen des Skandals um manipulierte Dieselfahrzeuge unter Druck, alternative Antriebe zu entwickeln.

          Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) begrüßte die Entscheidung von VW. Er freue sich, dass das erste komplett neu konzipierte Elektro-Auto des Konzerns ein Sachse werde, sagte er am Freitag in Dresden. „Dies ist eine tolle Nachricht für alle Mitarbeiter von VW in Zwickau, ein klares Bekenntnis des Volkswagenkonzernes zum Standort Sachsen.“ Die Entscheidung für Zwickau belege „ein großes Vertrauen in die Leistungsfähigkeit unser Zuliefererindustrie im Umfeld“.

          „Das Werk in Zwickau ist Vorreiter und Taktgeber der neuen E-Offensive des VW-Konzerns, denn der Freistaat hat beim Thema Elektromobilität seine Hausaufgaben gemacht“, meinte Dulig. „In Sachsen wurde nicht nur das Automobil erfunden, VW baut in Sachsen tatsächlich die Zukunft.“

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