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Automobile : Volkswagen goes Hollywood

Der Filmstar Audi RSQ spielte an der Seite von Will Smith in „I, Robot” Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

Herbie kehrt zurück. Im Sommer rollt der „tolle Käfer“ wieder über die Kinoleinwand. Volkswagen hat mit dem Filmstudio Universal vereinbart, die Autos der Wolfsburger künftig häufig über die Leinwand flimmern zu lassen.

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          Herbie kehrt zurück. Im Sommer rollt der „tolle Käfer“, der in den siebziger Jahren für Furore sorgte, wieder über die Kinoleinwand. In dem Hollywood-Streifen „Herbie Fully Loaded“ muß der alte Herbie abermals über allerlei Rennpisten donnern. Dabei verliebt er sich in ein junges, knackiges Ding: einen gelben New Beetle. Was Besseres könnte Volkswagen gar nicht passieren. Das - auch nicht mehr taufrische - Nachfolgemodell des guten alten Käfers wird zum Hauptdarsteller eines Disney-Films.

          Johannes Ritter

          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          In den Nebenrollen spielen Michael Keaton, Matt Dillon und Amerikas neuer Jung-Star Lindsay Lohan. In einem solchen Fall von Schleichwerbung (neudeutsch: „Product Placement“) zu sprechen wäre untertrieben. Autos aus dem Volkswagen-Konzern werden künftig noch viel öfter über die Leinwände rollen. Denn die Wolfsburger haben sich mit dem großen amerikanischen Medienkonzern NBC Universal verbündet: In den nächsten drei Jahren darf VW seine Autos in mindestens acht bis zehn großen Kinofilmen unterbringen. Darauf haben sich VW-Vorstandsvorsitzender Bernd Pischetsrieder und der Chef der Universal Studios, Ron Meyer, in einer Absichtserklärung verständigt, die binnen drei Monaten in Verträge gegossen werden soll.

          VIP-Gäste für Filmpremieren

          Produktplazierung in Filmen ist nicht neu. Diese jedoch über einen Rahmenvertrag mit einem einzelnen Hersteller festzuzurren ist ein Novum. Und dieser Rahmenvertrag geht weit über den bloßen Filmeinsatz von Wagen aus dem Hause Volkswagen hinaus. Die Vermarktung erstreckt sich über die gesamte Wertschöpfungskette: Produkte und Marken von VW finden Eingang in das NBC-Fernsehnetz und sollen fortan in Veranstaltungen und Installationen der Universal-Themenparks in Los Angeles, Orlando und Spanien auftauchen. Bei Filmpremieren darf VW eigene VIP-Gäste einladen; am Rande des roten Teppichs prangt das Logo der Automarke. Auf seiner Internetseite kann der Konzern vorab Filmsequenzen zeigen. Auf der DVD-Fassung des jeweiligen Films darf VW mit einem eigenen „Making of“-Filmchen aufwarten, in dem das betreffende Auto im Vordergrund steht.

          Volkswagen kann die Kinofilme auch direkt für die Verkaufsförderung nutzen und Ausschnitte in Werbespots einbauen, ohne dafür auch nur einen Cent extra berappen zu müssen. Für all diese Rechte zahlt VW dem Vernehmen nach einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag an NBC Universal. Einschließlich der Eigenaufwendungen für die Bereitstellung der Autos, die teilweise eigens neu entwickelt werden oder auf sogenannten Concept Cars beruhen, und weiterer flankierender Werbemaßnahmen dürfte daraus freilich ein hoher zweistelliger Millionenbetrag werden.

          Geld ist gut angelegt

          Nach Ansicht von Werbeexperten ist dieses Geld gut angelegt. Insbesondere in Amerika steht die Zukunft der stärksten Säule der Werbebranche - der Dreißig-Sekunden-Spots im Fernsehen - in Frage: Die neuen digitalen Videorekorder erlauben es, Werbeblöcke beim Aufnehmen zu überspringen. Auch in Europa werden Product Placement und Sonderwerbeformen wie Sponsoring oder sogenanntes Branded Programming, bei dem die Marken- und Produktkommunikation in das TV-Programm integriert ist, stark an Bedeutung gewinnen.

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