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Volksentscheid : Duisburger lehnen größtes deutsches Outlet-Center ab

So sieht das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs in Duisburg von einer Drohne fotografiert aus. Bild: dpa

180 Läden, 30.000 Quadratmeter Verkaufsfläche: Auf dem Gelände des Love-Parade-Unglücks hätte das größte Einkaufszentrum des Landes entstehen können. Doch die Duisburger wollen nicht. Und nun?

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          Die Entscheidung fiel äußerst eng aus: Mit einer knappen Mehrheit haben die Duisburger das geplante Designer Outlet-Center (DOC) abgelehnt. 51,09 Prozent stimmten gegen das Großprojekt auf dem Gelände des Love-Parade-Unglücks. In einem Bürgerentscheid votierten sie dafür, den Grundsatzbeschluss des Stadtrats zur Realisierung des DOC aufzuheben und die Einleitung von Bauleitplanverfahren zu unterlassen. Für den Bau sprachen sich 48,91 Prozent aus. An der Abstimmung beteiligten sich knapp 60 Prozent der rund 365.000 Wahlberechtigten.

          Christine Scharrenbroch
          Freie Autorin in der Wirtschaft.

          Der am Sonntag wiedergewählte Oberbürgermeister Sören Link (SPD) teilte mit, er werde die denkbar knappe Entscheidung selbstverständlich respektieren. Die SPD hatte sich wie auch die CDU für den Bau starkgemacht, während Grüne, Linke und die FDP sich dagegen positionierten.

          Der Möbelunternehmer Kurt Krieger und der Outlet-Betreiber Neinver wollten auf dem früheren Güterbahnhof das größte deutsche Outlet-Center mit 180 Läden und 30.000 Quadratmetern Verkaufsfläche errichten. Das DOC werde der Stadt viele neue Kunden bescheren und damit auch zu einer Belebung der Innenstadt führen, argumentierten die Investoren. Die Bürgerinitiative „Ja zu Duisburg – kein DOC“ befürchtete dagegen massive Umsatzeinbußen für den angestammten Einzelhandel und strengte den Bürgerentscheid an.

          „Aus unserer Sicht wurde eine große Chance für die Stadt Duisburg vertan“, teilte Neinver mit. Von den Outlet-Gegnern habe man sich eine sachlichere Debatte gewünscht. So seien positive Erfahrungen an anderen Outlet-Standorten ignoriert worden.

          Nach der Ablehnung des Vorhabens ist Neinver-Geschäftsführer Sebastian Sommer zufolge davon auszugehen, dass Outlet-Projekte an anderen Standorten in der Region nun umso intensiver vorangetrieben werden. Die Zukunft des rund 30 Hektar großen Brachgeländes ist damit weiter ungewiss. Für den Fall des Scheiterns hatte Grundstücksinhaber Krieger eine „Denkpause“ angekündigt. Oberbürgermeister Link beteuerte an diesem Montag, die Stadt werde ihr Möglichstes tun, um zu alternativen Lösungen auf dem Grundstück beizutragen.

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