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F.A.Z. exklusiv : Vodafone will Huawei-Debatte europäisch lösen

Hannes Ametsreiter, Vorstandsvorsitzender von Vodafone Deutschland, präsentiert das neue 5G-Netz. Bild: dpa

„Wir brauchen eine gemeinsame europäische Antwort auf die Sicherheitsfrage“, sagt Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter. Grundsätzlich seien 4G- wie auch 5G-Mobilfunknetze „sehr sicher“.

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          Darf der chinesische Huawei-Konzern am Netz für den schnellen Mobilfunkstandard 5G mitbauen? Diese Frage ist in Deutschland noch nicht beantwortet. Politiker und Industrievertreter dringen auf eine schnelle Entscheidung im neuen Jahr. Nun hat sich der Mobilfunkkonzern Vodafone in die Diskussion eingeschaltet, die auf Spionagesorgen basiert.

          Thiemo Heeg

          Redakteur in der Wirtschaft.

          „Wir brauchen eine gemeinsame europäische Antwort auf die Sicherheitsfrage“, sagte Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter der F.A.Z. „Taktisch ist es nicht schlau und wenig zielführend, nur eine deutsche Antwort darauf zu suchen.“ Grundsätzlich seien 4G- wie auch 5G-Mobilfunknetze „sehr sicher“.

          Kritiker werfen Huawei demgegenüber vor, künftig möglicherweise im Auftrag Chinas den Westen auszuspionieren. Der Netzwerkausrüster hat diese Vorwürfe stets zurückgewiesen. Beweise dafür liegen ebenfalls nicht vor. Trotzdem wird auch von deutscher Seite die von Amerika ausgehende Debatte immer wieder angefeuert. Zuletzt forderte der Vorsitzende des Bundestagsausschusses Digitale Agenda, Manuel Höferlin (FDP), für den 5G-Aufbau ausschließlich europäische Unternehmen zuzulassen.

          Der Präsident des Digitalverbandes Bitkom, Achim Berg, warnte dagegen, ein Ausschluss werde Deutschland im 5G-Aufbau um Jahre zurückwerfen. Da 5G technisch auf 4G aufbaue, müssten alle aufrüstbaren 4G-Netze, die mit Komponenten eines unerwünschten Anbieters ausgestattet seien, bei einem Ausschluss rückgebaut und ausgetauscht werden. Der Huawei-Anteil beträgt Schätzungen zufolge rund 70 Prozent.

          Klare Instrumente und Konsequenzen

          Vodafone-Chef Ametsreiter betonte nun, er halte den Bedarf nach höchstmöglicher Sicherheit für richtig. Allerdings werde die Sicherheitsdebatte über ausländische Infrastrukturlieferanten in Deutschland oft emotional, aber nur selten sachlich geführt. „Die größte Herausforderung ist nicht das Netz, sondern das schwächste Glied in der Kette“, stellte der Manager klar. „Wenn ich Sie in Ihrem Haushalt hacken will, dann ist das Netz relativ egal – weil es der sicherste Faktor ist. Dann hacke ich Ihren Fernseher, Ihren Router oder Ihren Toaster.“ Die sensiblen Daten stecken laut Ametsreiter vor allem im Kernnetz, nicht aber im Antennennetz, auf das der größte Teil der Netzinvestitionen entfällt.

          Der Vodafone-Manager plädierte für eine Gesetzgebung in Europa „mit klareren Instrumenten und Konsequenzen“. Wenn ein Zulieferer Daten missbrauche, sollte er seine Erlöse als Netzausrüster aus den letzten zehn Jahren zurückzahlen müssen. „Da geht es um viel Geld, üblicherweise zweistellige Milliardensummen. Das ist eine Sprache, die weltweit verstanden wird.“ Man befürworte außerdem die Offenlegung der Quellcodes der Anbieter. Huawei erlaubt diesen Einblick, während die europäischen Wettbewerber Nokia und Ericsson sich dagegen sträuben.

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