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Kreditkartenanbieter : Visa zahlt 21,2 Milliarden für frühere Tochterfirma

  • Aktualisiert am

Goldman Sachs und Apple planen eine gemeinsame Kreditkarte. Bild: dpa

Die Übernahme garantiere „finanzielle Solidität und die notwendige Größe“, sagt Unternehmenschef Nicolas Huss. Profitieren sollen vor allem die Kunden.

          Kunden des Kreditkartenanbieters Visa in Europa sollen einen besseren Zugang zu den Angeboten weltweit bekommen, neue Zahlungssysteme wie das kontaktlose Bezahlen sollen schneller kommen: Der Mutterkonzern in den Vereinigten Staaten kauft das ehemalige Tochterunternehmen Visa Europe zurück und zahlt dafür bis zu 21,2 Milliarden Euro, wie beide Unternehmen am Montag mitteilten. Mit der Übernahme werde ein „einziger, globaler Konzern geschaffen“, der seine führende Position noch ausbauen werde.

          Visa Europe mit Sitz in Großbritannien ist seit 2007 selbstständig. 2008 legte Visa in den USA den größten Börsengang der Geschichte hin. Bei der Trennung war aber bereits eine Verkaufsoption vereinbart worden - sollten vier von fünf Mitgliedern im Verwaltungsrat dafür stimmen, muss demnach die Mutter die Tochter zurückkaufen.

          Die Verwaltungsräte beider Unternehmen stimmten nun für den Kauf, wie Visa und Visa Europe mitteilten. Demnach will Visa zunächst 16,5 Milliarden Euro für Visa Europe zahlen. Hinzu komme eine „mögliche“ Zahlung von 4,7 Milliarden Euro vier Jahre nach Abschluss des Geschäfts. Die Übernahme muss noch von den zuständigen Kartellbehörden genehmigt werden.

          Viel Luft nach oben

          Visa Europe befindet sich im Besitz von rund 3000 Banken und Finanzdienstleistern aus 38 Ländern. Der Kreditkartenanbieter ist nach eigenen Angaben Marktführer in Europa mit 500 Millionen ausgegebenen Karten. Jährlich werden demnach 18 Milliarden Zahlungen im Wert von 1,5 Billionen Euro abgewickelt.

          Unternehmenschef Nicolas Huss sieht noch viel Luft nach oben. Derzeit würden 37 Prozent der Einkäufe in Europa noch mit Bargeld oder per Scheck bezahlt, teilte er mit. Die Übernahme „garantiert uns die finanzielle Solidität und die nötige Größe“, um die nächste Bezahl-Generation in Europa zu beschleunigen.

          Der Chef des Visa-Europe-Verwaltungsrates, Gary Hoffmann, pries die „beeindruckenden Ergebnisse“ seines Unternehmens in den vergangenen Jahren. Es sei der „ideale Zeitpunkt“, die beiden lukrativen Unternehmen unter einer gemeinsamen Führung zu vereinen.

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