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Virtuelle Realität : Streit um Zukunfts-Brille geht vor Gericht weiter

Ein Besucher der Zukunftsmesse CES in Las Vegas probiert eine Oculus-Rift-Brille aus. Bild: Reuters

Der Star in der Virtuellen Realität heißt Oculus Rift. Um ihn beginnt jetzt ein Prozess. Im Mittelpunkt: Der Entwickler der Computerspiele-Reihe „Doom“.

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          Dem Markt mit Virtual-Reality-Brillen wird ein rasantes Wachstum vorausgesagt. In drei Jahren schon sollen Analysten zufolge die globalen Verkaufsumsätze 84 Milliarden Dollar überschreiten.

          Jonas Jansen

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Noch ist das allerdings Zukunftsmusik, wenngleich sich alle großen Hersteller in der virtuellen Realität (VR) positioniert haben: Samsung steckt seine Smartphones in eine Brille namens Gear, Sony hat die Playstation mit VR ausgerüstet und HTC hat mit dem Spielehersteller Valve eine der technisch anspruchsvollsten, aber auch teuersten dieser Brillen entwickelt.

          Es geht um John Carmack

          Der Star in der Virtuellen Realität ist allerdings die Oculus Rift. Weil sie eine der ersten Entwicklungen war - und vor drei Jahren von Facebook für zwei Milliarden Dollar gekauft wurde.

          Und um diese Brille gibt es fast ebenso lange Streit, der nun sogar vor Gericht landet. In dieser Woche hat ein Bezirksgericht in Dallas die Geschworenen ausgesucht für den Prozess Zenimax Media gegen Oculus.

          Schon im Mai 2014 hat Zenimax eine 46 Seiten lange Beschwerde in Dallas eingereicht, die sich vor allem um eine Personalie dreht: John Carmack, einen Spieleentwickler, der vor allem durch seine „Doom“-Reihe in der Computerbranche eine Art Heldenstatus hat.

          Carmack arbeitete einst für Zenimax Media, wechselte dann aber zu Oculus. Sein ehemaliger Arbeitgeber möchte vom Gericht nun bestätigt bekommen, dass Carmack unberechtigterweise nicht nur Betriebswissen zu Oculus transferiert habe, sondern dass das Unternehmen von der Vorarbeit von Zenimax profitiert habe. Nur durch die Hardware und das Wissen des ehemaligen Zenimax-Mitarbeiters sei es Oculus überhaupt gelungen, eine funktionierende VR-Brille herzustellen. Der Prototyp des Unternehmensgründers Palmer Lucky sei bloß eine primitive Variante gewesen.

          Oculus und Carmack entgegnen, dass diese Sicht einseitig sei. Carmack beteuert, dass Zenimax damit einverstanden war, dass er seine Forschungsergebnisse aus der Arbeit bei dem Spielehersteller veröffentliche. Er habe sogar vorgeschlagen, eine eigene VR-Brille zu produzieren, was von Zenimax abgelehnt wurde.

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