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Vingroup errichtet neue Fabrik : Vietnam will Autos bauen

Schon in zwei Jahren soll der Vinfast das Bild auf den Straßen Hanois ergänzen. Bild: AFP

Nach dem Gesundheitssektor und dem Einzelhandel will die Vingroup nun auch den vietnamesischen Automobilmarkt erobern. Schon in zwei Jahren soll der erste „Vinfast“ vom Band rollen.

          „Vinfast“, eine Zusammensetzung aus Vietnam und dem englischen „schnell“, lautet der Name des jüngsten Automobilprojektes Asiens. Er könnte passen: Denn ein Konglomerat in Vietnam will in nur zwei Jahren ein eigenes Automobil für die mehr als 90 Millionen Vietnamesen entwickeln und bauen.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          „Wir wollen ein bezahlbares Auto mit hoher Qualität für die Vietnamesen schaffen“, sagt Le Thi Thu Thuy, die Stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrates der Vingroup JSC. Sie ist als Immobilienentwickler in Vietnam groß geworden. Nun hat sie den Bau einer Automobilfabrik auf 335 Hektar in der nordvietnamesischen Hafenstadt cbegonnen. Haiphong gilt als ein Zukunftsstandort in der Nähe Chinas. Die Kosten der ersten Phase des Fabrikbaus veranschlagt der Konzern mit bis zu 1,5 Milliarden Dollar.

          Vingroup hat ihr Portfolio zunächst schon im Gesundheitssektor und Einzelhandel ausgebaut. Die nun sieben Unternehmensbereiche, zu denen auch der Betrieb von Hotels gehört, bemühen sich, in ihren jeweiligen Geschäftsfeldern in Vietnam führend zu werden. Vincom Retail, gestützt von den Finanziers von Warburg Pincus, plant einen Börsengang. Der britische Kapitalgeber hat 200 Millionen Dollar für einen Anteil von 20 Prozent an der Handelskette bezahlt. Der Börsengang könnte der größte der sozialistischen Republik werden. Die Holding war erst 2002 gegründet worden.

          Die Vietnamesen haben für den Bau der Autofabrik einen Kredit der Schweizer Bank Credit Suisse über 800 Millionen Dollar zugesichert bekommen. Allerdings scheint noch offen, ob sie ihn ziehen werden. Ihr Ziel lautet, den Bau so weit wie möglich aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Die Fabrik soll schnell liefern: In Jahresfrist soll der erste Elektroroller herausgebracht werden. Das erste Automobil soll in zwei Jahren folgen. Mittelfristig soll der Ausstoß bei 100.000 bis 200.000 Einheiten jährlich liegen. Darunter sollen – nicht näher beschriebene – fünfsitzige Personenwagen und ein siebensitziger Geländewagen sein. Insgesamt wollen die Vietnamesen 3,5 Milliarden Dollar in Vinfast investieren.

          Sie scheinen dabei klug genug, sich ausländische Erfahrung zu sichern. Neben dem Kredit aus der Schweiz suchen sie derzeit einen Vorstandsvorsitzenden für Vinfast bei einem der weltweiten Automobilkonzerne. Italienische Designhäuser sollen die Optik der neuen Fahrzeuge liefern. Und schließlich sollen amerikanische und europäische Zulieferer Motor und Getriebe bereitstellen. Bislang ist Toyota der Marktführer im Automobilmarkt Vietnams mit einem Anteil von 23 Prozent. Chinesische Hersteller stehen für rund die Hälfte des Automobilabsatzes.

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