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Fintech-Unternehmerin : Sie hat Estland digitalisiert

Vilve Vene hat Estlands digitale Landschaft von Anfang an mit aufgebaut – und es damit zu einem Vorreiter gemacht. Bild: Modularbank

Vilve Vene hat schon von Anfang an mit ihren Unternehmen für die heutige Vorreiterrolle Estlands in der Digitalisierung gesorgt. Sie erklärt, welche Haltung es für einen solchen großen Umbau braucht – und was in Deutschland fehlt.

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          „Das kann er ja so wohl nicht gemeint haben“, sagt Vilve Vene. „Das war ein Witz. Oder eine Provokation. Oder beides.“ Sie muss lachen, wenn sie über die Worte spricht, die der deutsche Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier vor einem Vierteljahr auf der offenen Bühne der Hannover Industriemesse locker und leicht aussprach: Wenn das mit der Digitalisierung und der ganzen ITZ-Technik hierzulande nicht so recht klappe, werde er Spezialisten von Estland nach Deutschland einfliegen lassen. „Dann soll er mal kommen“, sagt Vene. Sie könne dem Minister ein paar Tipps geben.

          Stephan Finsterbusch
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Kein Wunder: Das kleine Estland ist so etwas wie das große Labor für die Digitalisierung. Es hat eines der besten Breitbandnetze der Welt und war das erste Land, das sein Parlament per Online-Voting wählte, hier wurde ­Skype aus der Taufe gehoben, hier wurden 2008 die ersten Blockchains verkettet, hier sind alle Verwaltungen, alle Schulen und große Teile der Gesellschaft durchdigitalisiert. Als das Land im Baltikum im August 1991 seine Unabhängigkeit von der UdSSR erklärte, hatte es mehr als einen Berg von Pro­blemen, seine Freiheit, eine gut ausgebildete Jugend und den Willen, auf eigenen Beinen zu stehen.

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