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K-Pop-Stars : Sony verliert BTS an Universal Music

BTS gehören zu den derzeit erfolgreichsten Künstlern überhaupt. Bild: Reuters

Das Label der südkoreanischen Boygroup setzt für den Vertrieb von BTS-Werken in den USA und „anderen Märkten“ künftig auf den Branchenprimus. Auf einem anderen Feld arbeiten Hybe und Universal schon länger zusammen.

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          Es ist ein Coup für den größten Musikkonzern der Welt: Die südkoreanische Agentur Hybe setzt für Vertrieb und Vermarktung der Werke ihrer Erfolgsband BTS „in den USA und anderen Regionen“ künftig auf Universal Music, wie das börsennotierte Unternehmen, zu dem das BTS-Label Big Hit Music gehört, mitteilte. Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge übernimmt künftig Geffen Records – Teil von Universals Interscope Geffen A&M Records-Labelgruppe – das Marketing und Ingrooves den Vertrieb.

          Benjamin Fischer
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Hybe hatte 2018 für die englisch- und koreanisch-sprachigen Veröffentlichungen einen entsprechenden Deal mit Sonys Label Columbia Records und der Service-Sparte des Konzerns, The Orchard, abgeschlossen. Für den Vertrieb der japanisch-sprachigen Werke wiederum war auch zuvor schon Universal zuständig gewesen. Wann der Wechsel vollzogen werden soll, wurde nicht mitgeteilt. Universal Music reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage der F.A.Z, Sony lehnte eine Stellungnahme ab.

          Hybe und Universal suchen neue Boygroup

          Laut dem Branchenmagazin Billboard, das zuerst über den Wechsel berichtet hatte, war beim Einfädeln des Deals auch Scooter Braun beteiligt. Der Investor und Manager unter anderem von Universal-Künstler Justin Bieber ist manchen vor allem durch den Zwist mit Taylor Swift um die Rechte an deren alten Aufnahmen bekannt. Braun hatte diese durch den Kauf von Swifts ehemaligem Label Big Machine Records erhalten, in der Zwischenzeit aber an Shamrock Capital weiterverkauft. Im April diesen Jahres wiederum übernahm Hybe Brauns Ithaca Holdings und dessen Management-Agentur für rund eine Milliarde Dollar. Mittlerweile fungiert er als Ko-Geschäftsführer der Amerika-Dependance von Hybe.

          Hybe und Universal Music sind aber auch über gute persönliche Kontakte zwischen den jeweiligen Chef-Etagen hinaus schon miteinander vertraut. So gaben sie etwa (Hybe damals noch unter dem Namen Big Hit Entertainment) im Februar diesen Jahres die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens bekannt, mit dem über ein globales Casting eine neue Boygroup aufgebaut werden soll. Angesiedelt ist das Unternehmen in Los Angeles, von wo aus es mit dem amerikanischen Hybe-Team sowie Geffen Records zusammenarbeitet. Beide Unternehmen gehören zu den Investoren der Live-Streaming-Plattform VenewLive. Zudem sollen Universal-Künstler im Rahmen der Partnerschaft verstärkt Hybes Plattform Weverse nutzen können, um direkter mit ihren Fans zu kommunizieren. Sowohl Universal-Chef Lucian Grainge als auch Hybe-Gründer Bang Si-Hyuk hatten im Februar ihre großen gemeinsamen Ambitionen unterstrichen. Vor diesem Hintergrund erscheint der nun angekündigte Schritt durchaus logisch.

          Eine vergleichsweise enge Beziehung zumindest zu der siebenköpfigen Gruppe selbst hat offenbar allerdings auch Columbia-Chef Ron Perry. Der Manager war am jüngsten englischsprachigen Hit der Band, „Butter“, als Ko-Songwriter und Ko-Produzent beteiligt.

          BTS gehören zu den aktuell erfolgreichsten Künstlern überhaupt. 2020 führten sie die entsprechende Rangliste des Label-Dachverbandes IFPI an. Auch auf dem jüngst erschienenen Coldplay-Album sind sie vertreten. Einen ihrer diversen Rekorde – den für die meisten Spotify-Streams eines Songs innerhalb des ersten Tages – mussten sie kürzlich jedoch abgeben. Diese Bestmarke hält bis auf weiteres Adele mit „Easy On Me“ – veröffentlicht auf Columbia Records.

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