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Verspätungen und Ausfälle : Die Bahn kämpft gegen das Chaos

Nichts geht mehr:Viele Kunden der Deutschen Bahn sind genervt. Bild: Helmut Fricke

Defekte Züge, viele Ausfälle und noch mehr Verspätungen: Aufsichtsrat und Vorstand der Deutschen Bahn suchen einen Weg zu mehr Qualität. Die Politik droht bereits mit Zerschlagung.

          3 Min.

          Kaum ein Kunde lässt in diesen Tagen ein gutes Haar an der Deutschen Bahn. Im Ballungsgebieten wie Rhein-Main beschweren sich Pendler über Zugausfälle und Verspätungen im Nahverkehr. Im Fernverkehr klagen Fahrgäste über überfüllte Züge, in denen Reservierungen, Toiletten oder Kaffeemaschinen im Bordbistro nicht funktionieren. Das rollende Material befindet sich offenbar in desolatem Zustand; nur jeder fünfte Fernverkehrszug soll mängelfrei sein. Unglücke wie der ICE-Brand bei Montabaur verschärfen die angespannte Lage. Im Oktober lag die offizielle Pünktlichkeitsquote mit 71,8 Prozent deutlich unter dem Jahresziel von 82 Prozent. Kritiker bemängeln, dass diese von der Bahn genannte Quote beschönigend ist. Im Güterverkehr sieht es nicht besser aus.

          Thiemo Heeg

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Kerstin Schwenn

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Weil sich Kunden und der Eigentümer Bund einig sind, dass es so nicht weitergehen kann, hat der Vorstand ein 200 Seiten umfassendes Werk mit Verbesserungsvorschlägen vorgelegt. Am Donnerstag und Freitag erörterte der Aufsichtsrat sie in einer Klausursitzung. Aufsichtsratschef Michael Odenwald sprach danach von „intensiven Diskussionen“. Die „Agenda für eine bessere Bahn“ biete Chancen, die Bahn fit zu machen. „Der Aufsichtsrat erwartet nun, dass die festgestellten Defizite beseitigt und sich ergebende Chancen zügig und konsequent angepackt werden – im Sinne unserer Kunden und Mitarbeiter“, sagte Odenwald. Weitere Details wurden nicht mitgeteilt. Zu hören war jedoch, dass der Vorstand vor allem den Personalmangel möglichst schnell beheben will. Er konzentriert sich darauf, weil die Beseitigung der Engpässe in der Infrastruktur – vor allem an den Knoten Hamburg, Köln, Frankfurt, Würzburg, München – ungleich länger dauern wird.

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