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Versorger : RWE macht Verlust - Aktienkurs fällt stark

  • Aktualisiert am

Verlust vor dem Umbau - in der RWE-Zentrale in Essen war die Stimmung schon mal besser. Bild: dpa

Der deutsche Energieversorger RWE steht kurz vor einem großen Umbau. Neue Zahlen erschrecken die Börsianer - und auch einige Kommunen in Nordrhein-Westfalen.

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          Der deutsche Energie-Versorger RWE hat vor dem geplanten Konzernumbau rote Zahlen geschrieben und mit einem weitgehenden Ausfall der Dividende Anleger verprellt. Der Aktienkurs fiel im Vormittagshandel um bis zu zehn Prozent, nachdem der Konzern für das vergangene Jahr unter dem Strich einen Verlust von 200 Millionen Euro bekannt gegeben hatte.

          Ursache hierfür waren vor allem Wertberichtigungen auf Kohle- und Gaskraftwerke in Höhe von 2,1 Milliarden Euro. Lediglich die Inhaber von Vorzugsaktien erhalten eine Dividende von 13 Cent je Anteilsschein. Der Großteil der Anleger geht leer aus, nachdem sie im Jahr zuvor noch einen Euro pro Papier bekommen hatten. Die Entscheidung sei notwendig, um das Unternehmen zu stärken, sagte Konzernchef Peter Terium.

          Der Vorschlag in Sachen Dividende dürfte auch die Kommunen hart treffen, die knapp 24 Prozent an dem Versorger halten und in den vergangenen Jahren mit den Gewinnbeteiligungen ihre klammen Kassen entlastet hatten. RWE hat nach eigenen Angaben lediglich 39 Millionen Vorzugsaktien, gegenüber 575,5 Millionen Stammaktien, für die es diesmal gar nichts gibt. „Vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen Perspektiven in der konventionellen Stromerzeugung haben wir heute eine Dividendenentscheidung getroffen, die uns nicht leicht fällt“, begründete Terium den Schritt.

          Der RWE-Chef hatte auch für das laufende Geschäftsjahr keine gute Nachrichten: Das Betriebsergebnis werde in diesem Jahr 2016 zwischen 2,8 und 3,1 Milliarden Euro betragen, nachdem es bereits 2015 auf 3,8 von zuvor rund vier Milliarden geschrumpft war. Terium will unter anderem mit Kostensenkungen dagegen halten. Bis zum Jahr 2018 solle das laufende Programm Einsparungen von 2,5 Milliarden Euro bringen, nachdem bislang bis 2017 zwei Milliarden eingeplant waren.

          Auch Eon leidet

          Terium will noch in diesem Jahr das Geschäft mit Ökostrom, Netzen und dem Vertrieb abspalten und zehn Prozent davon an die Börse bringen. Damit will er neue Investoren gewinnen.

          Die großen deutschen Versorger kämpfen mit dem Verfall der Strom-Großhandelspreise. Der Konkurrent Eon hatte in den ersten neun Monaten fast elf Milliarden Euro auf Kraftwerke und sein Öl- und Gasgeschäft abgeschrieben und einen Nettoverlust von 6,1 Milliarden Euro eingefahren.

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