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Versicherer : Allianz mit Gewinnsprung

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Bild: FAZ.NET

Trotz der hohen Kosten durch den Orkan „Kyrill“ kann die Allianz im ersten Quartal 2007 eine kräftige Gewinnsteigerung vermelden. Das verdankt sie vor allem Wertpapierverkäufen. Der Versicherer will in Zukunft aus eigener Kraft wachsen, betonte Vorstandschef Diekmann auf der Hauptversammlung.

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          Die Allianz hat dank milliardenschwerer Erlöse aus Beteiligungsverkäufen im ersten Quartal einen Gewinnsprung verzeichnet. Der Überschuss stieg von Januar bis März um über drei Viertel auf 3,2 Milliarden Euro, wie der Münchner Versicherungsriese am Mittwoch mitteilte. Operativ verdiente der Konzern hingegen nur sieben Prozent mehr als vor Jahresfrist. Für die nächsten Jahre stellte Konzernchef Michael Diekmann weitere Zuwächse in Aussicht.

          „Wir wollen den Weg aus eigener Kraft schaffen, größere Akquisitionen sind zurzeit nicht geplant“, sagte er auf der Hauptversammlung vor 4400 Aktionären. Zukäufe seien aber nicht auszuschließen. Die Allianz will ihr operatives Ergebnis bis 2009 auf 13,3 Milliarden Euro erhöhen. 2006 waren es zehn Milliarden Euro.

          Erwartungen übertroffen

          Mit dem Quartalsergebnis übertraf die Firma die Analystenerwartungen deutlich. Sie hatten im Schnitt mit 2,47 Milliarden Euro Nettogewinn gerechnet. An der Börse verteuerten sich Allianz-Aktien daraufhin um knapp ein Prozent auf gut 168 Euro. Die Allianz reduzierte im Auftaktquartal unter anderem ihre Beteiligungen an BMW und Karstadt-Quelle. Aus Kapitalanlagen verbuchte das Unternehmen dabei insgesamt Gewinne von zwei Milliarden Euro.

          Trotz des Wintersturms ein ordentlicher Gewinnsprung
          Trotz des Wintersturms ein ordentlicher Gewinnsprung : Bild: ddp

          Die Erlöse wurden zur Finanzierung der vollständigen Übernahme der französischen Tochter AGF eingesetzt. An dieser hält die Allianz mittlerweile mehr als 95 Prozent, was eine Herausdrängung der restlichen Kleinaktionäre ermöglicht. Die Aufstockung auf 100 von zuvor 58 Prozent der Anteile kostet zehn
          Milliarden Euro. Die ebenfalls angestrebte Komplettübernahme der Stuttgarter Lebensversicherungseinheit Allianz Leben war dagegen zuletzt gescheitert.

          „Kyrill“ belastet das Segment Schaden/Unfall

          Der Umsatz der Allianz stagnierte währungsbereinigt im ersten Quartal bei 29,3 Milliarden Euro. Zuwächse schrieb das Unternehmen im Bankgeschäft, das nahezu ausschließlich auf die Tochter Dresdner Bank entfällt, und in der Vermögensverwaltung. Im Kernsegment Schaden/Unfall stagnierte der Umsatz, im Bereich Leben/Kranken war er leicht rückläufig.

          Das operative Ergebnis des Konzerns erhöhte sich um mehr als sieben Prozent auf rund 2,9 Milliarden Euro. „Hierin sind bereits die Schadenbelastungen aus dem Sturm 'Kyrill' in Höhe von 340 Millionen Euro enthalten“, betonte die Allianz. Wegen des Orkans sank das operative Ergebnis im Segment Schaden/Unfall um 119 Millionen Euro - von 1,38 Milliarden im Vorjahr. Die übrigen Sparten verzeichneten operative Zuwächse.

          „Kyrill“ war im Januar mit Spitzengeschwindigkeiten von 200 Kilometern pro Stunde über Europa hinweggefegt. Mindestens 39 Menschen verloren ihr Leben, elf davon in Deutschland. Der Wintersturm dürfte für die Versicherer einer der drei teuersten in Europa seit 1980 werden. Experten gehen von einem gesamten versicherten Schaden von fünf bis sieben Milliarden Euro aus.

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