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Geringere Katastrophenschäden : Allianz gelingt Gewinnsprung

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Fahnen mit dem Logo der Allianz vor Beginn einer Hauptversammlung des Versicherungskonzerns vor dem Olympiaturm im Olympiapark in München. Bild: dpa

Nach einem stürmischen vergangenen Jahr legt der Versicherer Allianz glänzende Zahlen vor. Ein ehrgeiziges Ziel wird damit greifbar.

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          Europas größter Versicherer Allianz hat ein Jahr nach der schweren Hurrikan-Serie in Amerika im Sommer wieder deutlich mehr verdient. Unter dem Strich stand im dritten Quartal ein Überschuss von 1,9 Milliarden Euro und damit fast ein Viertel mehr als ein Jahr zuvor, wie der Dax-Konzern am Freitag in München mitteilte. Der operative Gewinn legte um gut ein Fünftel auf knapp 3 Milliarden Euro zu. Damit übertraf die Allianz die Erwartungen von Analysten, die im Schnitt mit einem geringeren Anstieg gerechnet hatten.

          Allianz-Chef Oliver Bäte sieht den Konzern damit auf Kurs, in diesem Jahr wie geplant einen operativen Gewinn von 10,6 bis 11,6 Milliarden Euro zu erreichen. Finanzchef Giulio Terzariol hatte im Sommer die Hoffnung geschürt, dass der Versicherer in der oberen Hälfte der Zielspanne landen könnte. Diese Einschätzung wiederholte der Konzern am Morgen zunächst nicht.

          Die Allianz rechnet indes mit glimpflichen Auswirkungen des Einsturzes einer Autobahnbrücke im italienischen Genua im August dieses Jahres auf ihren Gewinn. Finanzvorstand Giulio Terzariol veranschlagte die finanzielle Belastung am Freitag unter dem Strich auf rund 30 Millionen Euro. Als Versicherer muss die Allianz als Teil eines Konsortiums nach eigenen Schätzungen mit knapp 20
          Millionen Euro vor Steuern einstehen. Zudem hat sie ihre Minderheitsbeteiligung an der Betreibergesellschaft Autostrade per l'Italia um 17 Millionen Euro vor Steuern abgeschrieben und sich dabei am Kursverlust des Mehrheitsaktionärs Atlantia orientiert. „Wir erwarten aus der Beteiligung an Autostrade weiterhin Dividenden, aber die Unsicherheit ist größer geworden“, erläuterte Terzariol in einer Telefonkonferenz.

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          Am Finanzmarkt wurden die aktuellen Geschäftszahlen zunächst positiv aufgenommen. Im vorbörslichen Handel bei Lang & Schwarz gewann die Allianz-Aktie am Morgen 0,7 Prozent an Wert.

          Den jüngsten Gewinnsprung verdankt die Allianz ihrem größten Geschäftsbereich, dem Schaden- und Unfallgeschäft, das sein operatives Ergebnis um fast die Hälfte auf 1,5 Milliarden Euro steigerte. Schäden durch Naturkatastrophen schlugen dort zwar mit 245 Millionen Euro zu Buche. Ein Jahr zuvor hatte die Allianz wegen Katastrophen wie den Wirbelstürmen „Harvey“, „Irma“ und „Maria“ Schäden von mehr als einer halben Milliarde Euro schultern müssen.

          In der Lebens- und Krankenversicherung schnitt die Allianz etwas schwächer ab als im Vorjahreszeitraum. Der operative Gewinn sank auch wegen ungünstigerer Währungskurse um knapp zwei Prozent auf gut eine Milliarde Euro. Finanzchef Terzariol zeigte sich dennoch zufrieden: Der Wert des Neugeschäfts und die Marge, die die Allianz daraus erzielt, seien gestiegen.

          Aufwärts ging es auch in der Vermögensverwaltung. Mit 650 Millionen Euro lag ihr operativer Gewinn knapp elf Prozent höher als ein Jahr zuvor. Nachdem Anleger dort im zweiten Quartal aus den Fonds des Konzerns netto mehr als 9 Milliarden Euro abgezogen hatten, kamen im dritten Quartal wieder 15 Milliarden Euro hinzu. Insgesamt verwalteten die Konzerntöchter Pimco und Allianz Global Investors für externe Kunden Ende September ein Vermögen von knapp 1,5 Billionen Euro.

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